Während fast die gesamte SUV-Konkurrenz auf immer kleinere Dreizylinder-Turbomotoren setzt, geht Mazda konsequent einen eigenen Weg. Im frisch gelandeten Modelljahr 2026 des CX-5 kommt statt eines winzigen Turbos ein stattlicher 2,5-Liter-Vierzylinder-Sauger zum Einsatz. Das Triebwerk namens e-Skyactiv G 141 leistet 141 PS (104 kW) und schickt sein Drehmoment von 238 Nm serienmäßig über eine klassische Sechsstufen-Wandlerautomatik an die Räder. Doch wie schlägt sich dieses eigenwillige Konzept beim realen Tankstopp? Ein anspruchsvoller Verbrauchstest über eine standardisierte Distanz von 360 Kilometern liefert nun die überraschenden Fakten.
Rightsizing statt Downsizing: Was taugt das 24V-System im Alltag?
Im Gegensatz zu vielen europäischen Mitstreitern, die auf ein 48-Volt-Mildhybrid-Netz setzen, verbaut Mazda im neuen CX-5 ein hauseigenes 24-Volt-M-Hybrid-System. Dieses arbeitet mit einer kompakten Lithium-Ionen-Batterie (0,22 kWh) und einem riemengetriebenen Startergenerator, der beim Anfahren und Beschleunigen mit zusätzlichen 7 PS und 48 Nm Drehmoment unterstützt. Flankiert wird das System von einer intelligenten Zylinderabschaltung, die im Teillastbereich unbemerkt die Zylinder eins und vier stilllegt.
Dieses Technik-Paket sorgt im realen Betrieb für erstaunliche Resultate. Auf der standardisierten Teststrecke von Rom nach Forlì begnügte sich der Mazda CX-5 e-Skyactiv G 141 mit Allradantrieb (AWD) im Durchschnitt mit lediglich 5,95 Litern Benzin je 100 Kilometer. Bei einem angenommenen Spritpreis von 1,89 Euro pro Liter schlägt die Fahrt mit sehr moderaten Kosten von knapp 41 Euro zu Buche. Damit wird der offizielle WLTP-Kombiwert von 7,4 bis 7,5 Litern für die Allradversion im effizienten Fahrbetrieb extrem deutlich unterboten.
Autobahn-Durst und Stadt-Effizienz: Wo die Grenzen liegen
Wie schlägt sich das System, wenn man das SUV im rauen Alltag bewegt? Hier zeigt sich ein differenziertes Bild, das die Stärken und physikalischen Grenzen des Saugmotors offenlegt:
- Mischbetrieb (Stadt und Landstraße): Mit 6,5 Litern je 100 Kilometer bleibt der CX-5 absolut familientauglich und sparsam. Dank des 58 Liter großen Kraftstofftanks ergibt sich hier eine beachtliche theoretische Reichweite von rund 887 Kilometern.
- Spritspartest: Wer es bewusst darauf anlegt und mit extrem vorausschauendem Gasfuß reist, kann den Konsum sogar auf sensationelle 5,0 Liter drücken – was rechnerisch eine Reichweite von über 1.100 Kilometern ermöglicht.
- Autobahnbetrieb: Sobald es mit höherem Tempo auf die Autobahn geht, fordert die Aerodynamik des auf 4,69 Meter Länge und 1,70 Meter Höhe angewachsenen SUV ihren Tribut. Hier klettert der Verbrauch auf 8,2 Liter je 100 Kilometer. Da der Mildhybrid bei konstant hoher Geschwindigkeit kaum Energie zurückgewinnen kann, muss der hubraumstarke Saugmotor die Arbeit weitgehend allein verrichten.
Ein erfahrener Testredakteur fasst das Fahrverhalten des unkonventionellen Japaners treffend zusammen:
"Wer den schweren Tritt aufs Gaspedal vermeidet und mit leichtem Fuß reist, erlebt einen unaufgeregten, harmonischen Antritt. Für sportliche Sprints ist dieser Sauger nicht gebaut, dafür glänzt er als extrem kultivierter und ehrlicher Langstrecken-Begleiter."
Marketing-Gag oder echte Ersparnis gegenüber dem Vorgänger?
Die Frage, ob das Mildhybrid-System und der größere Hubraum im Vergleich zum Vorgänger messbare Vorteile bringen, lässt sich mit einem klaren Ja beantworten. Der direkte Vorgänger mit dem alten 2,0-Liter-Sauger (Skyactiv-G 165 AWD) ohne Elektrifizierung genehmigte sich in realen Alltagstests im Schnitt oft zwischen 8,3 und 8,9 Liter Super auf 100 Kilometern.
Obwohl der Hubraum beim neuen Modell auf 2,5 Liter angehoben wurde, sinkt der Realverbrauch im Drittelmix spürbar. Das zeigt, dass Mazdas Philosophie des "Rightsizing" – also der Verzicht auf künstlich beatmete Mini-Motoren zugunsten optimierter Brennräume – im realen Leben perfekt funktioniert.
Zudem glänzt die dritte Generation des CX-5 mit einem massiven Raumgewinn durch elf Zentimeter mehr Radstand, modernstem Infotainment inklusive integrierter Google-Dienste und einer umfangreichen Serienausstattung. Mit einem Einstiegspreis von 34.990 Euro für die Frontantriebs-Variante (Prime-Line) und sechs Jahren Herstellergarantie (bis 150.000 Kilometer) beweist Mazda einmal mehr, dass verlässliche japanische Qualität und moderne Effizienz nicht unbezahlbar sein müssen.