Der kalifornische Elektroautobauer Lucid Motors hat im ersten Quartal 2026 ordentlich Gas gegeben und die eigene Produktion im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Doch bei den Auslieferungen hakt es gewaltig: Nur 3.093 Luxus-Stromer fanden den Weg zu den Käufern. Ein unerwartetes Qualitätsproblem mit einem Zulieferer legt die ehrgeizigen Pläne des Tesla-Konkurrenten vorerst auf Eis – und sorgt für mächtig Frust bei wartenden Kunden.

Ein fataler Alleingang des Zulieferers

Eigentlich liefen die Bänder im Werk in Arizona auf Hochtouren. Satte 5.500 Fahrzeuge der Modelle Air und Gravity rollten zwischen Januar und Ende März vom Band. Das ist ein gewaltiger Sprung im Vergleich zu den mickrigen 2.212 Einheiten im Vorjahreszeitraum. Doch statt eines Befreiungsschlags gab es lange Gesichter: Fast die Hälfte der frisch gebauten Autos durfte das Werksgelände nicht verlassen.

Schuld daran ist ein Zulieferer, der offenbar ohne Rücksprache mit Lucid Änderungen am Produktionsprozess vorgenommen hatte. Konkret ging es um fehlerhafte Schweißnähte an den Sicherheitsgurten der zweiten Sitzreihe im neuen Luxus-SUV Gravity. Die Folge war ein kompletter Auslieferungsstopp, der ganze 29 Tage andauerte. Zusätzlich mussten knapp 4.500 bereits produzierte Gravity-Modelle zurückgerufen und aufwendig überprüft werden.

Die Quartalszahlen im Überblick

Für Analysten und Investoren war das klaffende Loch zwischen Produktion und Auslieferung eine herbe Enttäuschung. Die wichtigsten Eckdaten des ersten Quartals zeigen das Dilemma:

  • Produzierte E-Autos: 5.500 Einheiten (deutlich mehr als eine Verdopplung zum Vorjahr)
  • Ausgelieferte Fahrzeuge: 3.093 Einheiten (sogar leicht unter dem Niveau des Vorjahresquartals)
  • Dauer des Verkaufsstopps für den Gravity: 29 Tage

Optimismus trotz holprigem Start

Trotz des schmerzhaften Rückschlags gibt man sich in der kalifornischen Firmenzentrale kämpferisch. Das fatale Qualitätsproblem sei mittlerweile vollständig gelöst, und die Auslieferungen des SUV-Flaggschiffs laufen wieder an. Damit die ambitionierten Wachstumsziele für 2026 nicht völlig ins Wanken geraten, muss in den kommenden Monaten allerdings ein fehlerfreier Hochlauf gelingen.

"Die Probleme sind nun adressiert, und wir bekräftigen unsere zuvor kommunizierte Produktionsprognose von 25.000 bis 27.000 Fahrzeugen für das Gesamtjahr."

Ob der ehrgeizige Herausforderer im Premium-Segment diesen Worten auch Taten folgen lassen kann, wird sich im Sommer zeigen. Für deutsche Kunden, die bereits auf die Modelle warten, bleibt zu hoffen, dass das Gröbste nun endgültig überstanden ist.