Lange Zeit klang der Plan bei Lotus unmissverständlich: Ab 2028 sollte die einst von Colin Chapman gegründete Leichtbau-Marke ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge bauen. Modelle wie das Elektro-SUV Eletre schienen den Weg in eine geräuschlose Zukunft unwiderruflich vorgezeichnet zu haben. Doch der globale Gegenwind auf dem Markt für Luxus-Elektroautos und die Sehnsucht der zahlungskräftigen Kundschaft nach echten Emotionen haben nun zu einer radikalen Kehrtwende geführt.

Unter dem internen Codenamen „Type 135“ entwickelt der britische Autobauer einen völlig neuen Supersportwagen, der das Herz von Petrolheads höher schlagen lässt. Die Gerüchteküche brodelt bereits, dass mit diesem Fahrzeug sogar der legendäre Modellname „Esprit“ sein fulminantes Comeback feiern könnte.

1.000 PS und ein brüllender Achtzylinder

Anstatt riesige, schwere Batteriepakete im Unterboden zu verstecken, wird der neue Vorzeige-Sportler auf ein intelligentes Vollhybrid-System (HEV) setzen. Dadurch spart der Hersteller entscheidendes Gewicht ein – ein Muss, um der historischen und fahrdynamischen Markenphilosophie treu zu bleiben.

Hier sind die wichtigsten Fakten zum neuen Antriebsstrang:

  • Das V8-Herzstück: Als Verbrenner fungiert ein mächtiger V8-Motor. Ob dieser aus der Feder von Mercedes-AMG stammt, mit denen man bereits beim Modell Emira kooperiert, oder vom konzerneigenen Joint-Venture „Horse Powertrain“ geliefert wird, ist aktuell noch Gegenstand wilder Spekulationen.
  • Über 1.000 PS Systemleistung: Die Kombination aus dem neu entwickelten Achtzylinder und der cleveren Elektro-Unterstützung soll die magische Grenze von 1.000 PS locker durchbrechen.
  • Kein Plug-in-Hybrid: Um unnötige Ladekomponenten und massereiche Akkus zu vermeiden, wird der Supersportler voraussichtlich nicht an der Steckdose geladen. Das System rekuperiert selbstständig und fokussiert sich rein auf maximale Performance auf der Rennstrecke und der Landstraße.

„Die globale Kundennachfrage nach emotionalen Supersportwagen mit Verbrennungsmotor ist schlichtweg zu stark, um sie zu ignorieren. Der Verzicht auf reine Elektrotechnik in diesem Segment ist eine Entscheidung für echtes Fahrgefühl und kompromisslose Leistung.“

Optik zwischen Zukunft und Tradition

Designtechnisch wird sich das kommende Spitzenmodell stark an der kürzlich vorgestellten Konzeptstudie „Theory 1“ orientieren. Doch im Gegensatz zur rein elektrischen Variante dürfen sich Autofans beim Serienmodell auf eine gewaltige Abgasanlage freuen. Massive Diffusoren, eine extrem flache Silhouette und ein großer Heckspoiler sollen nicht nur für die nötige Aerodynamik sorgen, sondern auch optisch untermauern, dass hier kein braves Öko-Auto anrollt.

Gefertigt werden soll das V8-Biest ab 2028 in Europa – sehr wahrscheinlich am historischen Stammsitz im britischen Hethel. Bis dahin dürfen wir gespannt bleiben, mit welchen technischen Finessen uns die Ingenieure noch überraschen werden. Eines steht aber schon jetzt fest: Der großvolumige Verbrenner ist bei echten Hypercars noch lange nicht tot.