Die aktuellen Zahlen von BMW lesen sich auf den ersten Blick wie eine handfeste Krise: Der Gewinn bricht im ersten Quartal 2026 spürbar ein, und auch der Umsatz schwächelt. Doch anstatt Trübsal zu blasen, gibt sich Konzernchef Oliver Zipse für den weiteren Jahresverlauf überraschend optimistisch. Sein Geheimrezept gegen die Katerstimmung? Ein beispielloser Ansturm der Kunden auf vollelektrische Modelle und ein starker Heimatmarkt, der die Schwäche in anderen Regionen abfedert.

Gewinneinbruch trifft auf Auftragsboom

Das erste Quartal hatte es in sich: Unter dem Strich verdiente der Münchner Premiumhersteller in den ersten drei Monaten mit knapp 1,67 Milliarden Euro rund 23 Prozent weniger als im selben Vorjahreszeitraum. Auch der Umsatz schrumpfte um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro. Vor allem Währungseffekte und ein schwächelnder Absatz im so wichtigen chinesischen Markt machten den Bayern schwer zu schaffen.

Doch wer genauer hinschaut, entdeckt den Silberstreif am Horizont, auf den sich die Chefetage stützt. Das Geschäft in Europa läuft auf Hochtouren und beschert den Münchnern pralle Orderbücher.

"Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres."

Elektroautos werden zum Wachstumstreiber

Besonders bemerkenswert ist, was die Kunden derzeit bestellen. Während andernorts der Abgesang auf die Elektromobilität angestimmt wird, verbucht BMW hier regelrechte Traumzahlen. Allein bei den reinen Stromern kletterten die Bestellungen von Januar bis März um mehr als 60 Prozent nach oben.

Drei Gründe machen dem BMW-Chef besonders viel Mut für das restliche Jahr 2026:

  • Starker Heimatmarkt: Die Rekord-Auftragseingänge in Europa fangen die konjunkturellen Dellen aus Fernost erfolgreich ab.
  • Explodierende E-Nachfrage: Die Kunden reißen den Händlern die neuen Elektromodelle förmlich aus den Händen (+60 % Bestellungen).
  • Erfolgreicher Start der "Neuen Klasse": Das kürzlich eingeführte Elektro-SUV BMW iX3 verkauft sich glänzend und knackte auf Anhieb die Marke von 50.000 abgesetzten Einheiten.

Die neue Generation zündet

Vor allem der Marktstart der viel zitierten "Neuen Klasse" scheint exakt den Nerv der Zeit zu treffen. Mit der jüngsten Batterie-Generation im neuen iX3 beweist BMW, dass sich große technologische Sprünge bei der Elektromobilität direkt in den Verkaufszahlen niederschlagen. Auch wenn noch zu erwartende Zollbelastungen das Geschäft im weiteren Jahresverlauf eintrüben könnten – solange die Europäer weiterhin derart hungrig auf bayerische Elektroautos sind, hat Oliver Zipse tatsächlich allen Grund zur Zuversicht.