Die Serienfertigung der neuen, rein elektrischen Mercedes C-Klasse ist offiziell gestartet. Am ungarischen Standort Kecskemét rollte das erste Serienfahrzeug der neuen Modellgeneration vom Band. Für Kunden, die bereits seit dem Bestellstart im Frühjahr auf den Premium-Stromer warten, rückt die Auslieferung damit in greifbare Nähe: Bereits ab September sollen die ersten Fahrzeuge übergeben werden. Doch die hohe Nachfrage sorgt bei Neubestellern für gedämpfte Stimmung. Wer den Konfigurator erst jetzt anwirft, muss sich auf eine lange Wartezeit einstellen.

Der ungarische Gigant: Eine Milliarde Euro für die Zukunft

Um den Anlauf der elektrischen C-Klasse zu realisieren, hat Mercedes-Benz massiv investiert. Rund eine Milliarde Euro flossen im Rahmen des Businessplans bis 2026 in den Ausbau des Werks rund 100 Kilometer südöstlich von Budapest. Die Erweiterung ist gigantisch: Die Werksfläche wurde von 200 auf 440 Hektar mehr als verdoppelt. Kecskemét steigt damit zur größten Autofabrik Ungarns und gleichzeitig zur größten Mercedes-Fabrik in ganz Europa auf.

Vor Ort wurden zwei komplett neue Hallen für den Karosseriebau und die Montage errichtet, dazu kommen ein zweites Presswerk, eine hochmoderne Lackiererei sowie eine eigene Batteriemontage. Zur feierlichen Eröffnung des neuen Werksteils reisten neben Mercedes-Chef Ola Källenius auch der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar an.

Hinter dem massiven Ausbau steckt eine klare globale Kostenstrategie. Da die Fertigungskosten in Ungarn deutlich unter dem deutschen Lohnniveau liegen, will der Konzern den Produktionsanteil in europäischen Niedriglohnländern von 15 auf 30 Prozent verdoppeln. Gleichzeitig wird die maximale Kapazität in den deutschen Werken auf 900.000 Fahrzeuge gedeckelt.

„Mit der Werkserweiterung in Kecskemét erhöhen wir die Resilienz und Flexibilität unseres globalen Produktionsnetzwerks. Der Standort definiert die Zukunft unserer Fertigung: intelligent, vernetzt, digital und konsequent auf Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit ausgerichtet. So können wir Modelle wie den GLB und die neue elektrische C-Klasse wettbewerbsfähig produzieren und stärken gleichzeitig den gesamten Produktionsverbund.“

Das erklärte Michael Schiebe, Mercedes-Vorstand für Produktion, Qualität und Supply Chain Management, zum feierlichen Start.

Kraftpaket mit 762 Kilometern Reichweite

Die neue elektrische C-Klasse ist das erste batterieelektrische Modell des sogenannten „Core“-Segments, das in Ungarn gefertigt wird. Zum Marktstart schicken die Stuttgarter die Version C 400 4Matic ins Rennen. Das Modell basiert auf der hochmodernen 800-Volt-Elektroplattform MB.EA-M und teilt sich die Antriebstechnik mit dem SUV-Bruder GLC. Die nackten Zahlen versprechen Sportwagen-Fahrleistungen bei maximaler Alltagstauglichkeit:

  • Antrieb und Leistung: Zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse leisten zusammen 360 kW (489 PS) und generieren ein kraftvolles Drehmoment von 800 Nm.
  • Beschleunigung: In nur 4,0 Sekunden sprintet die Limousine von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 210 km/h elektronisch abgeregelt.
  • Batterie und Reichweite: Ein netto 94 kWh großer Akku ermöglicht eine maximale WLTP-Reichweite von stolzen 762 Kilometern.
  • Lade-Performance: Dank der 800-Volt-Technologie lädt der Akku mit bis zu 330 kW. In nur zehn Minuten lässt sich so Energie für weitere 325 Kilometer nachladen.

Im Innenraum wartet das digitale Cockpit mit dem MBUX Hyperscreen auf, der sich über die gesamte Breite des Armaturenbretts erstreckt und modernste Infotainment-Features inklusive KI-Unterstützung bietet.

Lieferzeit-Dämpfer: Wer jetzt bestellt, wartet bis 2027

Trotz eines stolzen Einstiegspreises von 67.711 Euro für den C 400 4Matic elektrisch verzeichnet Mercedes-Benz bereits eine enorme Nachfrage. Die vollen Bestellbücher haben direkte Auswirkungen auf die Lieferzeiten. Während Erstbesteller ab September bedient werden, rutschen Neubestellungen bereits jetzt in das erste Quartal des kommenden Jahres 2027.

Für das ungarische Werk ist der C-Klasse-Anlauf derweil erst der Anfang einer umfassenden Elektro-Offensive. Neben dem bereits dort produzierten GLB soll künftig auch der elektrische GLC bei Bedarf flexibel in Kecskemét vom Band rollen. Zudem hat Mercedes offiziell bestätigt, dass die mit Spannung erwartete, kompaktere Version der legendären G-Klasse ab 2027 exklusiv am ungarischen Standort gefertigt wird.