Es ist eine Kampfansage, die bis nach Wolfsburg hallt: BYD (Build Your Dreams) will es wissen und wirft seine Elektroflotte zu Konditionen auf den Markt, die man bisher für unmöglich hielt. Während deutsche Hersteller noch über Margen und Kostenstrukturen grübeln, schaffen die Chinesen Fakten. Das Ziel ist klar: Marktanteile um jeden Preis. Die neue Preispolitik ist dabei mehr als nur ein kurzfristiges Angebot – es ist der Versuch, die Karten im deutschen Automobilmarkt neu zu mischen.

Der „Dolphin Surf“ als Preisbrecher

Das aggressivste Beispiel der neuen Strategie ist der kompakte BYD Dolphin Surf. Durch eine Kombination aus gesenkten Listenpreisen und einem saftigen Hersteller-Rabatt – von BYD charmant „E-Bonus“ genannt – rutscht der rechnerische Einstiegspreis für das Modell in Sphären, die bislang Verbrenner-Kleinstwagen vorbehalten waren.

Berichten zufolge ist der Stromer unter Einberechnung aller Prämien teils schon für rechnerisch unter 13.000 Euro zu haben. Auch im Leasing setzt BYD den Rotstift an: Raten von unter 100 Euro im Monat für den City-Flitzer sind eine direkte Attacke auf Dacia Spring und Co., aber vor allem ein Warnschuss an den Volkswagen-Konzern, dessen ID.2 noch auf sich warten lässt.

Breites Feuer auf die Mittelklasse

Doch nicht nur im Einstiegssegment wird gekämpft. Auch die etablierten Modelle Atto 3 und die Sportlimousine Seal werden massiv günstiger positioniert.

  • BYD Atto 3: Das Kompakt-SUV, das direkt gegen den VW ID.4 antritt, wurde im Listenpreis um mehrere Tausend Euro gekappt.
  • BYD Seal: Der Tesla-Jäger lockt mit Nachlässen, die ihn preislich deutlich attraktiver machen als ein Model 3 oder einen BMW i4.

„Die Botschaft aus Shenzhen ist eindeutig: Wir sind hier, um zu bleiben, und wir diktieren jetzt die Preise.“

VW und Tesla unter Zugzwang

Für die Konkurrenz kommt dieser Vorstoß zur Unzeit. Volkswagen versucht gerade mühsam, seine ID-Reihe profitabel zu halten, während Tesla mit schwankenden Absatzzahlen kämpft. Dass BYD nun auch bei den Plug-in-Hybriden wie dem Seal U DM-i mit Rabatten von teils über 10.000 Euro lockt, verschärft die Situation zusätzlich. Für den deutschen Verbraucher sind das jedoch goldene Zeiten: Der Preiskrieg um das Elektroauto ist endgültig in Deutschland angekommen – und der Kunde ist der lachende Dritte.