Auf den ersten Blick wirkt der YU7 wie eine Kreuzung aus Ferrari Purosangue und Tesla Model Y, doch spätestens beim Einstieg wird klar: Hier will jemand ganz nach oben. Xiaomi positioniert seinen SUV nicht als billige Alternative, sondern als direkten Angriff auf die Elite von Porsche Macan bis Audi Q6 e-tron. Die Verarbeitung im Innenraum ist überraschend hochwertig – Nappaleder trifft auf riesige Screens, die so flüssig reagieren, wie man es von einem Top-Smartphone erwartet.
Ein Wohnzimmer mit 800 Volt
Das Cockpit ist radikal minimalistisch, orientiert sich aber stärker an europäischem Komfort als an kalter Tesla-Nüchternheit. Ein riesiges Head-up-Display und ein Panoramascreen, der sich über die gesamte Breite zieht, erinnern stark an BMWs Visionen für die Neue Klasse – nur dass man es hier schon kaufen kann. Die Integration ins eigene „Smart Home“ ist für Xiaomi-Nutzer ein Gamechanger: Wer will, kann vom Fahrersitz aus die heimische Klimaanlage steuern oder den Saugroboter starten.
Sanfter Riese mit dem Hammer
Unter der Haube – oder besser gesagt unter dem Bodenblech – arbeiten Motoren, die bis zu 691 PS (508 kW) leisten. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt im Topmodell in aberwitzigen 3,23 Sekunden. Doch anders als der straffe Bruder SU7 ist der YU7 auf absoluten Komfort getrimmt:
- Fahrwerk: Die Zweikammer-Luftfederung bügelt Unebenheiten so konsequent weg, dass der Marketing-Claim vom „Reiten auf dem Wind“ fast untertrieben wirkt.
- Fahrdynamik: Im Sport-Modus verhärtet sich das System spürbar, doch der YU7 bleibt eher der souveräne Gleiter als der nervöse Kurvenräuber.
Das Platzwunder: Frunk-König
Ein Detail, das deutsche Familienväter lieben werden, ist der Stauraum. Mit 678 Litern Kofferraumvolumen schluckt der YU7 ordentlich Gepäck. Der eigentliche Star ist aber der Frunk unter der Fronthaube: Satte 141 Liter Volumen bieten Platz für mehr als nur Ladekabel – hier passt fast ein Wocheneinkauf hinein. Damit sticht Xiaomi selbst das Tesla Model Y in dessen Paradedisziplin aus.
"Wer mit dem roten Knopf am Lenkrad die volle Leistung freischaltet, bekommt einen Schlag in die Magengrube – aber mit dem Samthandschuh."
Fazit: Wann kommt er nach Deutschland?
In China startet der Preisbrecher bei umgerechnet knapp 31.000 Euro – ein Kurs, bei dem europäischen Managern schwindelig wird. Doch bis der YU7 offiziell nach Deutschland kommt, wird es wohl noch bis 2027 dauern. Wer nicht warten will, muss auf teure Grauimporte zurückgreifen, die dann schnell das Doppelte kosten. Bis dahin bleibt den deutschen Herstellern eine kurze Gnadenfrist, um ihre Hausaufgaben zu machen.