Audi schärft den Q4 e-tron genau dort nach, wo viele Käufer bislang gezuckt haben: Cockpit, Ladeleistung, Reichweite und Alltagsnutzen. Das Facelift bringt bis zu 340 PS, eine neue Digital-Bühne im Innenraum und beim Sportback bis zu 592 Kilometer WLTP-Reichweite.

Der Q4 e-tron bekommt sein wichtigstes Update seit dem Start

Audi hat die Produktaufwertung des Q4 e-tron am 27. April 2026 vorgestellt. Bestellbar sind die neuen Modelle laut Audi seit Mai 2026 in Europa, die Markteinführung ist für den Sommer 2026 geplant.

Der Einstieg bleibt klar Premium: Der Audi Q4 SUV e-tron mit 63-kWh-Bruttobatterie startet in Deutschland bei 47.500 Euro, der Q4 Sportback e-tron mit kleiner Batterie bei 49.450 Euro. Mit der großen 82-kWh-Bruttobatterie beginnen die Preise bei 53.500 Euro für das SUV und bei 55.450 Euro für den Sportback.

Wer Allrad und die volle Leistung will, landet beim Q4 e-tron quattro performance: AutoScout24 nennt für das SUV 59.000 Euro und für den Sportback 60.950 Euro.

340 PS: Das Topmodell wird zum kleinen Q6-Schreck

Das stärkste Modell heißt Audi Q4 e-tron quattro performance und kommt auf 250 kW beziehungsweise 340 PS Systemleistung. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert beim Topmodell 5,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Variante bei 160 km/h für das Basismodell und bei 180 km/h für die stärkeren Versionen.

Darunter sortiert Audi drei weitere Leistungsstufen ein: Der Q4 e-tron leistet 150 kW, der Q4 e-tron performance 210 kW und der Q4 e-tron quattro 220 kW. Nur das Basismodell nutzt die kleinere 63-kWh-Bruttobatterie, während die stärkeren Varianten mit 82-kWh-Bruttobatterie antreten.

Der technische Kern des Updates ist der neue Hinterachsmotor APP350. Audi verspricht durch Motor, Leistungselektronik, Software und Getriebeöl einen um rund zehn Prozent höheren Wirkungsgrad gegenüber dem Vorgänger.

Reichweite: Bis zu 592 Kilometer im Sportback

Die höchste WLTP-Reichweite schafft nicht das stärkste Modell, sondern der heckgetriebene Audi Q4 Sportback e-tron performance mit bis zu 592 Kilometern. Beim entsprechenden SUV nennt Audi bis zu 578 Kilometer.

Das Basismodell kommt laut Audi auf bis zu 440 Kilometer als SUV und bis zu 451 Kilometer als Sportback. Der Q4 e-tron quattro liegt bei bis zu 558 Kilometern als SUV und bis zu 573 Kilometern als Sportback. Das 340-PS-Topmodell Q4 e-tron quattro performance erreicht bis zu 541 Kilometer als SUV und bis zu 554 Kilometer als Sportback.

Beim Verbrauch nennt Audi für die Q4-SUV-Versionen 18,0 bis 15,3 kWh/100 km und für die Q4-Sportback-Versionen 17,3 bis 14,8 kWh/100 km; die kombinierten CO₂-Emissionen liegen jeweils bei 0 g/km.

Laden: 185 kW und Vorkonditionierung

Beim Schnellladen legt Audi vor allem bei den quattro-performance-Modellen nach: Die maximale DC-Ladeleistung steigt dort von 175 auf 185 kW. Unter passenden Bedingungen soll der Akku in 27 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden.

Audi nennt außerdem bis zu 185 Kilometer nachgeladene Reichweite in zehn Minuten beim Q4 Sportback e-tron quattro performance. Neu ist auch, dass die Hochvoltbatterie automatisch und manuell vorkonditioniert werden kann.

Für Vielfahrer ist das keine Nebensache. Der Q4 e-tron war bisher oft eher der vernünftige Audi-Stromer; mit schnellerem Peak-Laden, besserer Vorbereitung des Akkus und mehr Reichweite wirkt er nun deutlich reisetauglicher.

Neues Cockpit: Audi bringt die „Digital Stage“ in den Q4

Der größte sichtbare Sprung passiert innen. Audi ersetzt das alte Layout durch eine Digital Stage mit 11,9-Zoll-Kombiinstrument und 12,8-Zoll-MMI-Touchdisplay. Optional gibt es zusätzlich ein 12-Zoll-Beifahrerdisplay; Audi bezeichnet es als größtes Beifahrerdisplay der Marke.

Auch beim Bedienkonzept rückt der Q4 näher an neuere Audi-Modelle heran. Das Infotainment basiert auf Android Automotive OS. Der Audi assistant ist KI-gestützt integriert und kann über die Anbindung an ChatGPT auch Fragen in natürlicher Sprache beantworten.

Für den Alltag nennt Audi außerdem zwei gekühlte induktive Smartphone-Ladeschalen mit jeweils bis zu 15 Watt sowie zwei USB-C-Anschlüsse unter der Mittelarmlehne.

V2L und V2H: Der Q4 wird zum Stromspender

Eine echte Premiere steckt nicht im Kühlergrill, sondern im Ladeanschluss: Der Q4 e-tron ist laut Audi das erste Modell der Marke mit bidirektionalem Laden. Über Vehicle-to-Load kann der Stromer externe Verbraucher wie E-Bikes versorgen.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz soll der Q4 e-tron über Vehicle-to-Home auch als Batteriespeicher fürs Haus dienen können. Der nutzbare Ladezustandsbereich für das Abgeben von Energie liegt laut Audi zwischen 20 und 80 Prozent.

Außen dezent, Licht deutlich moderner

Optisch bleibt Audi vorsichtig. Der Singleframe ist jetzt in Wagenfarbe ausgeführt. Für die Individualisierung stehen drei neue Außenfarben und fünf neue Räderdesigns zur Wahl.

Spannender ist das Licht: Vorn gibt es digitales LED-Tagfahrlicht mit segmentbasierter Technik, hinten digitale OLED-Heckleuchten 2.0. In der höchsten Angebotsstufe sind vier digitale Lichtsignaturen möglich. Die OLED-Heckleuchten arbeiten mit sechs digitalen OLED-Panels und insgesamt 284 Segmenten.

Assistenz: Mehr Helfer serienmäßig

Zum Marktstart sind unter anderem Einparkhilfe plus, Geschwindigkeitsregelanlage mit Begrenzer, Spurverlassenswarnung mit Notfallassistent, Verkehrszeichenerkennung, Aufmerksamkeits- und Müdigkeitswarnung sowie ein aktiver Frontassistent mit Ausweich- und Abbiegeassistent serienmäßig.

Optional ist der adaptive Fahrassistent plus erhältlich, der beim Beschleunigen, Bremsen, Abstandhalten und bei der Spurführung unterstützt. Ab 90 km/h kann das System auf Autobahnen zudem beim Spurwechsel assistieren.

Erste Einschätzung: Facelift statt Revolution – aber genau an den richtigen Stellen

Der ADAC beschreibt den überarbeiteten Q4 e-tron nach der ersten Ausfahrt als weitgehend überzeugend, merkt aber an, dass manches am Elektro-SUV nicht „Audi-like“ wirke.

Genau deshalb ist dieses Facelift spannend: Audi dreht nicht nur an Stoßfängern und Leuchten, sondern an den Punkten, die im Alltag zählen – Reichweite, Ladeplanung, Innenraum, Sprachbedienung und Nutzwert. Der Q4 e-tron wird dadurch nicht zum Schnäppchen. Aber er wirkt endlich wieder wie der elektrische Einstieg in Audi, der er immer sein sollte.