Die Nachricht vom Aus des traditionsreichen Audi A4 im Jahr 2024 hallte in der Autowelt lange nach, als die Verbrenner-Modelle im Zuge einer neuen Nomenklatur in die A5-Familie überführt wurden. Doch das war nur ein Abschied auf Zeit. Im Jahr 2028 feiert der A4 sein spektakuläres Comeback – als reiner Stromer namens Audi A4 E-Tron. Und der neue Hoffnungsträger der Ingolstädter hat eine gewaltige Aufgabe: Er soll im harten Wettbewerb gegen den elektrischen BMW i3 und die elektrische Mercedes C-Klasse bestehen. Dafür spendiert Audi der Mittelklasse-Limousine modernste Technik und korrigiert gleichzeitig einen Trend der vergangenen Jahre im Innenraum, der viele Kunden verärgert hat.

Die neue Design-Ära: Das Gesicht des Concept C in Serie

Optisch bricht Audi mit dem kommenden A4 E-Tron radikal mit der bisherigen Designlinie. Wie Entwicklungsvorstand Rouven Mohr bestätigte, wird der A4 zu den ersten Großserienmodellen gehören, die die neue Designsprache „Radical Next“ übernehmen. Diese wurde erstmals mit der aufsehenerregenden Studie Concept C präsentiert. Kennzeichnend für den neuen Look sind ein aufrechter, markanter Rahmen an der Front – inspiriert von historischen Rennwagen der Auto Union – sowie eine extrem reduzierte und klare Linienführung unter dem Motto „strive for clarity“.

Zwar werden vorher bereits exklusive Nischenmodelle wie der spektakuläre Hybrid-Supersportler Nuvolari (auf 499 Stück limitiert, Start 2027) und eine limitierte Serienversion des Concept C auf der Straße zu sehen sein. Der A4 E-Tron wird jedoch das erste echte viertürige Volumenmodell sein, das das neue Familiengesicht im großen Stil auf die Straße bringt. Und das Beste für deutsche Kombi-Fans: Rouven Mohr bestätigte bereits, dass der A4 E-Tron von Anfang an auch als praktischer Avant auf den Markt kommen wird. Ein reiner Limousinen-Fokus stand für die Traditionsmarke nie zur Debatte.

"Sie können sicher sein, dass der A4 eines der ersten Großserienmodelle mit dem 'Radical Next'-Design und all unseren neuen Philosophien sein wird", verspricht Rouven Mohr. "Es geht um Klarheit im Design, ein neues Erlebnis im Innenraum, aber auch um die neueste Technologie."

Innenraum-Revolution: Das Ende des Bildschirm-Wahnsinns

Neben dem Außendesign räumt Audi vor allem im Cockpit auf. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Kritik an der Materialqualität und der überbordenden Digitalisierung, bei der fast alle Funktionen auf Touchscreens verbannt wurden. Damit ist beim A4 E-Tron Schluss. Audi möchte den Kunden das typische Gefühl zurückgeben, das sie an der Marke schon immer geliebt haben: intuitive Bedienbarkeit und fühlbare Premium-Qualität.

Im neuen Innenraumkonzept werden haptische Regler und physische Tasten eine triumphale Rückkehr feiern. Statt Touch-Displays für jede Kleinigkeit zu nutzen, setzt Audi wieder auf echte Knöpfe aus hochwertigen Materialien wie eloxiertem Aluminium. Der Bildschirm-Exzess wird deutlich zurückgefahren. Das Ziel ist eine aufgeräumte, ablenkungsfreie Wohlfühlatmosphäre, die dennoch technologisch auf dem neuesten Stand ist.

SSP-Plattform und Rivian-Software als technisches Herzstück

Technisch basiert der Audi A4 E-Tron auf einer echten Revolution innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Er wird das erste große Volumenmodell sein, das auf der neuen, hochmodernen SSP-Plattform (Scalable Systems Platform) steht. Nach diversen Software-Verzögerungen ist die Plattform nun für das Jahr 2028 bereit. Sie löst die bisherigen Architekturen MEB und PPE ab und bringt eine moderne Zonen-Elektronik ins Auto.

Ein echter Clou steckt dabei in der Software: Die Gehirnzellen des neuen Systems entstehen in Kooperation mit der US-Marke Rivian, in die der VW-Konzern Milliarden investiert hat. Rund 80 bis 90 Prozent der tiefen Software-Architektur stammen aus diesem Joint Venture, was den A4 E-Tron zu einem extrem updatefähigen, softwaredefinierten Fahrzeug macht.

Die technischen Erwartungen an das 800-Volt-System sind hoch:

  • Ultra-Schnelles Laden: Dank der 800-Volt-Architektur soll der A4 E-Tron Ladeströme von 270 bis zu 300 kW bewältigen können, womit der Akku in Rekordzeit befüllt ist.
  • Enorme Power: Erwartet werden sowohl heck- als auch allradgetriebene Varianten. Die Basisversionen sollen bereits rund 400 PS leisten und den Standardsprint auf Landstraßentempo in unter sechs Sekunden absolvieren.
  • Topmodell S4 E-Tron: Für sportlich ambitionierte Fahrer ist ein S4 E-Tron in Planung, der mit rund 510 PS und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in rund vier Sekunden glänzen soll.

Mit dieser Kombination aus frischem Design, modernster Lade- und Softwaretechnik sowie der Rückkehr zu echter Ergonomie im Innenraum schickt Audi ab 2028 einen hochkarätigen Herausforderer ins Rennen um die Krone der elektrischen Mittelklasse.