Einleitung
Der KGM Actyon markiert den mutigen Neustart der ehemaligen Marke SsangYong unter der Flagge der KG Group. Das südkoreanische SUV positioniert sich als stilvolle Alternative im hart umkämpften Segment und zieht mit einer Optik, die an britische Luxus-Geländewagen erinnert, sofort die Blicke auf sich. Er bietet viel Auto fürs Geld und möchte etablierte Konkurrenten wie den VW Tiguan oder Hyundai Tucson herausfordern.
Design & Verarbeitung
Optisch macht der Actyon einiges her: Mit einer Länge von 4,74 Metern und serienmäßigen 20-Zoll-Leichtmetallfelgen wirkt er deutlich teurer, als er tatsächlich ist. Das Design ist eine Mischung aus Eleganz und Robustheit, wobei Details wie die LED-Lichtsignatur und das markante Heck an Marken wie Range Rover erinnern. Die Verarbeitung im Innenraum ist solide, wenngleich im unteren Bereich der Kabine einfacherer Kunststoff zum Einsatz kommt. Einige Spaltmaße und sichtbare Schrauben verraten den Fokus auf Kosteneffizienz.
Innenraum & Komfort
Das Platzangebot ist eine der größten Stärken des Actyon. Selbst großgewachsene Passagiere über 1,90 Meter finden sowohl vorne als auch im Fond bequem Platz. Besonders hervorzuheben ist die üppige Ausstattung: Bereits in der Basisversion „Core“ sind beheizbare und belüftete Ledersitze an Bord. Der Kofferraum ist gigantisch und bietet mit bis zu 796 Litern Volumen mehr Stauraum als viele Klassenerste. Reisen mit der ganzen Familie sind somit problemlos möglich.
Infotainmentsystem
Technologisch zeigt der Actyon Licht und Schatten. Das moderne Layout mit zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen sieht zwar schick aus, leidet aber unter einer spürbar geringen Rechenleistung. Das System startet langsam, und die Menüführung wirkt teils verschachtelt. Zudem müssen Smartphones für Apple CarPlay oder Android Auto noch per Kabel verbunden werden, was aktuell nicht mehr zeitgemäß wirkt. Eine eigene Sprachsteuerung fehlt komplett.
Antrieb & Fahrverhalten
Angetrieben wird der Actyon von einem 1,5-Liter-Turbobenziner mit 163 PS. In Kombination mit der bewährten Aisin-Sechsstufen-Automatik ergibt sich ein harmonisches, wenn auch eher gemütliches Fahrgefühl. Für den Alltag reicht die Leistung völlig aus, sportliche Ambitionen hegt der Koreaner hingegen nicht. Erfreulich sind die extrem kurzen Bremswege, die das SUV sicher zum Stehen bringen, während die Lenkung eher leichtgängig und komfortabel ausgelegt ist.
Verbrauch & Unterhalt
Der größte Kritikpunkt ist der Kraftstoffverbrauch. Da vorerst kein Hybridsystem verbaut ist, schluckt der reine Benziner im Testalltag zwischen 8,5 und über 10 Litern auf 100 Kilometer. Das treibt die Unterhaltskosten in die Höhe und sorgt für eine schlechtere CO2-Bilanz. Wer hier sparen möchte, sollte auf den für die Zukunft angekündigten Vollhybriden warten. Die 5-jährige Garantie (bis 100.000 km) bietet jedoch eine gute Absicherung.
Sicherheit & Assistenzsysteme
KGM stattet den Actyon bereits ab Werk mit zahlreichen Assistenten aus. In der Praxis reagieren diese jedoch oft übereifrig. Akustische Warnsignale bei kleinsten Abweichungen können im Fahralltag belasten. Der Spurhalteassistent arbeitet teils etwas unruhig. Positiv zu erwähnen sind die hervorragenden Bremswerte und nützliche Features wie die 360-Grad-Kamera, die das Rangieren mit dem breiten SUV in der Stadt erleichtert.
Fazit
Der KGM Actyon ist ein echter Geheimtipp für preisbewusste Käufer, die Wert auf Design, viel Platz und eine markante Optik legen. Man erhält hier ein SUV im Oberklasse-Format zum Preis eines Kompaktwagens. Wer über die schwache Infotainment-Performance und den höheren Verbrauch hinwegsehen kann, bekommt ein ehrliches und robustes Fahrzeug mit einer beeindruckenden Komfortausstattung bereits in der Basislinie.