Einleitung
Der Fiat Punto ist einer der bekanntesten Vertreter im Kleinwagensegment und prägte über drei Jahrzehnte das europäische Straßenbild. Die dritte und letzte Generation, die ab 2005 unter dem Namen "Grande Punto" startete, setzte neue Maßstäbe bei Größe und Design innerhalb seiner Klasse. Später als Punto Evo und schließlich wieder als Punto vermarktet, blieb das Modell bis 2018 ein wichtiger Bestandteil der Fiat-Palette.
Design & Verarbeitung
Das Design der letzten Punto-Generation stammt aus der Feder des legendären Designers Giorgetto Giugiaro. Mit seiner an einen Maserati erinnernden Frontpartie und der fließenden Silhouette gilt er bis heute als einer der schönsten Kleinwagen seiner Ära. Während das äußere Blechkleid zeitlos wirkt, zeigt die Verarbeitung im Detail typische Eigenschaften der Marke: Die Karosserie ist gut gegen Rost geschützt, doch die Materialanmutung im Innenraum ist eher zweckmäßig.
Innenraum & Komfort
Im Vergleich zu seinen Vorgängern wuchs der Punto auf rund vier Meter Länge, was sich spürbar positiv auf das Raumangebot auswirkt. Vorne sitzen auch großgewachsene Personen bequem, und im Fond ist ausreichend Platz für zwei Erwachsene vorhanden. Der Kofferraum bietet mit 275 Litern ein klassenübliches Volumen, das durch Umklappen der Rückbank auf über 1.000 Liter erweitert werden kann. Die Sitze sind eher weich gepolstert, was den Komfort im Stadtalltag erhöht.
Infotainmentsystem
In Sachen Konnektivität merkt man dem Punto sein Alter an. Frühe Modelle der letzten Generation setzten auf das mit Microsoft entwickelte "Blue&Me"-System, das Telefonie via Bluetooth und Musik über USB ermöglichte. In späteren Baujahren hielten einfache Touchscreen-Lösungen Einzug. Moderne Features wie Apple CarPlay oder Android Auto sucht man in den Serienmodellen jedoch vergeblich, was viele Nutzer zum Nachrüsten von Drittanbieter-Systemen bewegt.
Antrieb & Fahrverhalten
Die Motorenpalette ist äußerst vielfältig. Sie reicht vom bewährten 1.2-Liter-Vierzylinder mit 69 PS über den innovativen TwinAir-Zweizylinder mit Turboaufladung bis hin zu den kraftvollen MultiJet-Dieseln. Das Fahrverhalten ist sicher und gutmütig, wobei die Federung eher auf Komfort ausgelegt ist. Ein Highlight für den Stadtverkehr ist die serienmäßige "City"-Taste: Sie macht die Lenkung extrem leichtgängig, was das Rangieren in engen Parklücken sehr erleichtert.
Verbrauch & Unterhalt
Wirtschaftlichkeit ist die große Stärke des Punto. Die kleinen Benzinmotoren und insbesondere die Dieselaggregate glänzen durch niedrige Verbrauchswerte im Alltag. Auch bei den laufenden Kosten wie Versicherung und Steuer liegt der Italiener im unteren Bereich. Da die Technik über Jahre gereift ist, sind Ersatzteile günstig und in großer Auswahl verfügbar, was den Punto zu einem idealen Fahrzeug für Fahranfänger und Pendler macht.
Sicherheit & Assistenzsysteme
Hier zeigt sich das größte Manko der langen Bauzeit. Während der Punto bei seiner Markteinführung 2005 noch die volle Punktzahl im Euro NCAP Crashtest erhielt, wurde er im Jahr 2017 mit null Sternen bewertet. Dies lag vor allem an den verschärften Kriterien und dem Fehlen moderner Assistenten wie Notbremssystemen oder Spurhaltehelfern. Er bietet lediglich die grundlegende Sicherheitsausstattung wie ABS, ESP und Front-Airbags.
Fazit
Der Fiat Punto ist ein ehrlicher und charakterstarker Kleinwagen. Er überzeugt durch sein schickes Design, seine Wendigkeit in der Stadt und seine unschlagbar niedrigen Unterhaltskosten. Er ist die richtige Wahl für Pragmatiker, die ein günstiges Transportmittel mit italienischem Flair suchen. Käufer sollten sich jedoch bewusst sein, dass er in puncto aktiver Sicherheit und digitaler Ausstattung nicht mehr auf dem Stand aktueller Neuwagenmodelle ist.