Einleitung

Der Cupra Terramar tritt an, um die Brücke zwischen dem kompakten Formentor und dem geräumigen SUV-Segment zu schlagen. Basierend auf der bewährten MQB evo-Plattform des Volkswagen-Konzerns, teilt er sich viele Komponenten mit dem VW Tiguan, verfolgt jedoch eine deutlich emotionalere Ausrichtung. Er positioniert sich als das neue Flaggschiff der Marke im Bereich der Verbrenner und Hybride. Mit einer Länge von rund 4,52 Metern zielt er direkt auf Familien ab, die Wert auf einen dynamischen Auftritt legen. Gefertigt wird das Fahrzeug im Audi-Werk in Ungarn, was hohe Qualitätsstandards verspricht. Insgesamt markiert der Terramar das Ende einer Ära bei Cupra, da er das letzte neu entwickelte Modell mit Verbrennungsmotoren ist.

Design & Verarbeitung

Das Exterieur bricht bewusst mit der Nüchternheit seiner Konzernbrüder und setzt auf die markentypische Shark-Nose-Front. Scharf gezeichnete Kanten und die auffällige Lichtsignatur mit drei Dreiecken pro Scheinwerfer unterstreichen den rebellischen Charakter. Am Heck dominiert ein beleuchtetes Logo inmitten eines durchgehenden Leuchtenbandes und ein markanter Diffusor. Im Innenraum bietet Cupra eine gelungene Mischung aus Sportlichkeit und Modernität, wobei kupferfarbene Akzente das Ambiente prägen. Die Materialien sind teilweise nachhaltig gewonnen, etwa aus recyceltem Meeresplastik oder PET-Rezyklaten. Dennoch finden sich an einigen Stellen im Cockpit einfache Kunststoffelemente, die nicht ganz zum Premium-Anspruch passen. Die Verarbeitung wirkt insgesamt jedoch solide und passgenau.

Innenraum & Komfort

Im Vergleich zum Formentor bietet der Terramar spürbar mehr Luftigkeit und Flexibilität für die Passagiere. Besonders hervorzuheben ist die verschiebbare Rückbank, mit der man je nach Bedarf zwischen Beinfreiheit und Kofferraumvolumen wählen kann. Die vorderen Schalensitze bieten einen hervorragenden Seitenhalt und sind auch auf langen Strecken bequem, fallen in der Sitzfläche jedoch etwas kurz aus. Durch das sportliche Fahrwerk, das serienmäßig zehn Millimeter tiefer liegt, ist der Komfort eher straff definiert. Unebenheiten werden direkter an die Insassen weitergegeben als im komfortorientierten VW Tiguan. Wer hier eine größere Spreizung wünscht, sollte unbedingt zum optionalen DCC-Fahrwerk greifen. Dieses erlaubt es, die Dämpferhärte in vielen Stufen an das persönliche Empfinden anzupassen.

Infotainmentsystem

Zentrales Element im übersichtlichen Cockpit ist der freistehende 12,9-Zoll-Touchscreen mit der neuesten Software-Generation. Das System reagiert zügig auf Eingaben und überzeugt mit einer brillanten Grafik sowie einer logischen Menüstruktur. Besonders hilfreich sind die permanent angezeigten Leisten für die Klimasteuerung und wichtige Hauptmenüs. Positiv ist zudem die Beleuchtung der Slider für Lautstärke und Temperatur, die bei früheren Generationen oft in der Dunkelheit kritisiert wurde. Eine KI-Unterstützung via ChatGPT soll die Sprachbedienung smarter machen und im Alltag Funktionen übernehmen. Dennoch gab es in Praxistests gelegentlich Schwierigkeiten bei der stabilen Verbindung mit Smartphones via Android Auto. Das optionale Sennheiser-Soundsystem sorgt für eine hochwertige Beschallung des Innenraums.

Antrieb & Fahrverhalten

Die Motorenpalette reicht vom vernünftigen 150-PS-Mildhybriden bis zum performanten VZ-Modell mit 265 PS und Allradantrieb. Während der Basisbenziner eher für den Alltag konzipiert ist, bietet der 2.0 TSI echte Cupra-Performance mit einer Beschleunigung von unter sechs Sekunden auf 100 km/h. Besonders agil zeigt sich der Terramar in Kurven, was er seiner direkten Progressivlenkung und der überarbeiteten Achskonstruktion verdankt. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet meist hellwach und passt gut zur sportlichen Charakteristik der stärkeren Motoren. Im Plug-in-Hybrid stehen bis zu 272 PS Systemleistung bereit, die sehr harmonisch entfaltet werden. Hier arbeitet eine Sechsgang-Variante des DSG, die den Elektromotor integriert. Das Fahrzeug fühlt sich trotz seines Gewichts stets handlich und sicher an.

Verbrauch & Unterhalt

Der Plug-in-Hybrid ist das Highlight für Pendler, da er mit seinem 19,7-kWh-Akku im Test rund 100 Kilometer rein elektrisch zurücklegen kann. Dank der Möglichkeit, an Gleichstrom-Schnellladern mit bis zu 50 kW zu laden, ist die Batterie in weniger als einer halben Stunde wieder einsatzbereit. Bei leerem Akku verhält sich das Hybrid-System effizient und verbraucht im gemischten Betrieb etwa 6,6 Liter Super. Die reinen Benziner genehmigen sich bei sportlicher Fahrweise hingegen deutlich mehr, wobei Werte zwischen acht und zehn Litern die Regel sind. Im Unterhalt profitiert der Terramar von einer fünfjährigen Herstellergarantie bis zu einer Laufleistung von 150.000 Kilometern. Die Versicherungseinstufungen dürften sich im üblichen Rahmen der Konzern-SUVs bewegen. Höhere Anschaffungskosten werden durch eine oft umfangreiche Serienausstattung zum Teil kompensiert.

Sicherheit & Assistenzsysteme

Cupra stattet das SUV mit einem breiten Arsenal an modernen Sicherheitsfeatures aus, die dem aktuellen Stand der VW-Modellfamilie entsprechen. Dazu gehören unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer, ein Head-up-Display und ein prädiktiver Abstandsregeltempomat. Der Spurwechsel- und Ausparkassistent erhöht die Sicherheit im dichten Verkehr und beim Rangieren. In ersten Tests zeigten die Sensoren jedoch gelegentlich ein nervöses Verhalten mit unnötigen Warnungen oder leicht verzögerten Reaktionen. Die Bremsanlage, insbesondere das optionale Akebono-System mit Sechskolben-Sätteln, packt kraftvoll zu und sorgt für Bestwerte beim Bremsweg. Ein Notfall-Assistent kann das Fahrzeug bei Inaktivität des Fahrers sicher zum Stillstand bringen. Insgesamt bietet der Terramar ein hohes Sicherheitsniveau für Insassen und andere Verkehrsteilnehmer.

Fazit

Der Cupra Terramar ist die ideale Wahl für Kunden, denen ein VW Tiguan zu brav und ein Formentor zu klein ist. Er überzeugt durch sein markantes Design sowie die gelungene Mischung aus Nutzwert und sportlicher Fahrdynamik. Dank der verschiebbaren Rückbank und des ordentlichen Kofferraums ist er voll familientauglich, sofern man nicht zum batterietechnisch bedingt kleineren Hybrid-Gepäckraum greifen muss. Die moderne Technik bei Antrieb und Infotainment macht ihn zukunftssicher, auch wenn die Preisgestaltung ein gesundes Selbstbewusstsein widerspiegelt. Wer den typischen Cupra-Spirit sucht, wird hier fündig, ohne radikale Kompromisse beim Platzangebot eingehen zu müssen. Insgesamt liefert die Marke damit ein stimmiges Gesamtpaket im stetig wachsenden Markt der Kompakt-SUVs ab.