Einleitung
Der Citroen Ami – französisch für „Freund“ – ist kein klassisches Auto, sondern ein „leichtes Vierradmobil“. Innerhalb des Stellantis-Konzerns teilt er sich die Basis mit dem Opel Rocks und dem Fiat Topolino. Sein größter Trumpf: Er darf bereits ab 15 oder 16 Jahren mit dem Führerschein der Klasse AM gefahren werden. Damit positioniert er sich als wetterfeste Alternative zum Moped oder E-Scooter für den urbanen Raum.
Design & Verarbeitung
Das Design des 2,41 Meter kurzen Ami folgt konsequent dem Prinzip der Kosteneffizienz. Front und Heck sind nahezu identisch gestaltet, was die Anzahl der unterschiedlichen Bauteile reduziert. Markantes Merkmal sind die gegenläufig öffnenden Türen – die Fahrertür schlägt nach hinten, die Beifahrertür nach vorne an. Die Karosserie besteht weitgehend aus Kunststoff, was den Ami leicht und robust für den Stadtverkehr macht.
Innenraum & Komfort
Im Inneren regiert der Minimalismus. Die Insassen nehmen auf ungefederten Kunststoffschalen mit dünner Polsterung Platz. Ein klassischer Kofferraum fehlt völlig; stattdessen gibt es Stauraum im Fußraum des Beifahrers und Netztaschen in den Türen. Trotz der kompakten Maße ist das Raumgefühl dank des serienmäßigen Glasdachs und der großzügigen Kopffreiheit überraschend luftig. Die versetzt angeordneten Sitze verhindern, dass man sich an den Schultern berührt.
Infotainmentsystem
Ein integriertes Infotainmentsystem sucht man im Ami vergeblich. Citroen setzt stattdessen auf das Smartphone des Nutzers. Eine zentrale Halterung und ein USB-Anschluss sind vorhanden. Für die akustische Untermalung muss eine eigene Bluetooth-Box mitgebracht werden, die in einer dafür vorgesehenen Aussparung Platz findet. Das Display hinter dem Lenkrad beschränkt sich auf die Anzeige von Geschwindigkeit, Ladestand und Reichweite.
Antrieb & Fahrverhalten
Mit einer Leistung von 8 PS beschleunigt der kleine Franzose in etwa zehn Sekunden auf seine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Der Wendekreis von nur 7,20 Metern macht ihn zum König enger Gassen und Parklücken. Das Fahrwerk ist jedoch sehr straff abgestimmt und gibt Unebenheiten fast ungefiltert an die Insassen weiter. Zudem ist der Geräuschpegel im Inneren aufgrund der fehlenden Dämmung vergleichsweise hoch.
Reichweite & Verbrauch
Die 5,4 kWh (netto) große Batterie ermöglicht eine praxisnahe Reichweite von etwa 75 Kilometern. Das Aufladen erfolgt unkompliziert über ein fest verbautes Kabel mit Schuko-Stecker für die Haushaltssteckdose. Ein vollständiger Ladevorgang dauert etwa vier Stunden. Mit einem Energieverbrauch von rund 8 kWh pro 100 Kilometer sind die Betriebskosten extrem niedrig und liegen weit unter denen herkömmlicher Elektro-Pkw.
Sicherheit & Assistenzsysteme
In puncto Sicherheit müssen Käufer starke Kompromisse eingehen. Da der Ami rechtlich als Leichtkraftfahrzeug gilt, sind weder Airbags noch ABS oder ESP vorgeschrieben – und folglich auch nicht an Bord. Ein einfacher Stahlrohrrahmen bietet zwar einen gewissen Basisschutz, doch Crash-Simulationen zeigen deutliche Schwachstellen aufgrund fehlender Knautschzonen. Assistenzsysteme gibt es nicht; der Fahrer ist komplett auf seine eigene Übersicht angewiesen.
Fazit
Der Citroen Ami ist ein radikales Konzept für die letzte Meile in der Stadt. Er bietet Schutz vor Regen und genug Platz für den Wocheneinkauf einer Person, bleibt dabei aber ein puristisches Fahrzeug ohne jeglichen Luxus. Besonders für Jugendliche bietet er Mobilität, wo andere Autos noch nicht erlaubt sind. Wer jedoch Komfort, eine Heizung oder moderne Sicherheitsfeatures erwartet, wird mit dem Ami nicht glücklich.