Einleitung
Der Abarth 600e markiert einen Meilenstein in der 75-jährigen Geschichte der Marke mit dem Skorpion. Als bisher stärkstes Modell bricht er mit der Tradition klassischer Auspuffanlagen und setzt stattdessen auf vollelektrische Power. Basierend auf dem Fiat 600e, wurde die Abarth-Variante grundlegend auf Sportlichkeit getrimmt, ohne dabei den praktischen Nutzen eines kompakten SUV zu verlieren. Wer Fahrspaß im Elektro-Zeitalter sucht, kommt an diesem Italiener kaum vorbei.
Design & Verarbeitung
Optisch hebt sich der Abarth 600e deutlich von seinem zahmeren Fiat-Bruder ab. Mit verbreiterter Spur, einem markanten Heckflügel und 20-Zoll-Felgen wirkt er muskulös und angriffslustig. Im Innenraum setzt sich der sportliche Eindruck fort. Hochwertige Materialien wie Alcantara und Leder am Lenkrad sowie die markanten Sabelt-Integralsitze prägen das Bild. Die Verarbeitung ist solide und unterstreicht den Premium-Anspruch, den Abarth mit einem Grundpreis von rund 45.000 Euro formuliert.
Innenraum & Komfort
Trotz der sportlichen Auslegung bleibt der 600e ein fünftüriger Begleiter für den Alltag. Vier Erwachsene finden auf 4,19 Metern Länge bequem Platz. Besonders hervorzuheben ist die familienfreundliche Note: Neben der Rückbank bietet auch der Beifahrersitz eine ISOFIX-Halterung. Der Kofferraum fasst alltagstaugliche 360 Liter, die sich durch Umklappen der Rücksitze deutlich erweitern lassen. Einziger Wermutstropfen für EV-Enthusiasten: Ein Frunk unter der Fronthaube fehlt bauartbedingt.
Infotainmentsystem
Das Cockpit besteht aus einem digitalen 7-Zoll-Instrumenten-Display und einem zentralen 10,25-Zoll-Touchscreen. Das System ist logisch strukturiert und bietet eine nahtlose Einbindung von Smartphones via Apple CarPlay und Android Auto. In der Topversion "Scorpionissima" kommt eine ChatGPT-gesteuerte Sprachbedienung zum Einsatz. Ein optionaler Soundgenerator imitiert den typischen Abarth-Verbrennungsklang, was jedoch Geschmackssache bleibt und erfreulicherweise auch deaktiviert werden kann.
Antrieb & Fahrverhalten
Das Herzstück ist der Elektromotor an der Vorderachse, der im Modell Turismo 240 PS und im Scorpionissima beeindruckende 280 PS leistet. Für die nötige Traktion sorgt ein mechanisches Torsen-Sperrdifferenzial – eine Seltenheit bei Elektroautos dieser Klasse. In Kombination mit der direkten Lenkung und den kraftvollen Alcon-Bremsen ergibt sich ein extrem agiles Handling. Der Wagen giert förmlich nach Kurven und bietet dank verschiedener Fahrmodi von zahm bis rennhaft ein breites Spektrum.
Reichweite & Verbrauch
Die Performance hat Auswirkungen auf die Effizienz. Die 54-kWh-Batterie (51 kWh netto) ermöglicht eine WLTP-Reichweite von rund 321 bis 344 Kilometern. Im realen Einsatz sind bei zügiger Fahrweise etwa 200 bis 250 Kilometer realistisch. Die Ladeleistung ist mit maximal 100 kW an DC-Schnellladern eher Durchschnitt. In 27 Minuten lässt sich der Akku von 20 auf 80 Prozent füllen, was für den urbanen Einsatz und kürzere Überlandfahrten absolut ausreichend ist.
Sicherheit & Assistenzsysteme
In puncto Sicherheit ist der Abarth zeitgemäß ausgestattet. Bereits im Basismodell sind Notbremsassistent, Müdigkeitswarner und Spurhalteassistent an Bord. Das Topmodell Scorpionissima bietet zudem Level-2-autonomes Fahren mit Stauassistent, Totwinkel-Warner und einer 360-Grad-Einparkhilfe. Sechs Airbags sorgen serienmäßig für den nötigen Insassenschutz bei einem Unfall.
Fazit
Der Abarth 600e beweist eindrucksvoll, dass elektrische Mobilität und Fahrcharakter kein Widerspruch sein müssen. Er punktet mit exzellenter Fahrdynamik und einem eigenständigen, emotionalen Design. Zwar schränken die mittelmäßige Reichweite und das Ladetempo die Langstreckentauglichkeit etwas ein, doch als sportlicher Allrounder für den Alltag und die Hausstrecke ist der stärkste Skorpion aller Zeiten eine klare Empfehlung für Individualisten.