Die neuesten Neuzulassungszahlen für den Monat April sind ein echter Paukenschlag für die Autowelt. Insgesamt rollten in Deutschland gut 249.000 fabrikneue Pkw auf die Straßen, was einem leichten Wachstum von 2,7 Prozent zum Vorjahresmonat entspricht. Doch die wahre Sensation findet sich bei der Verteilung der Antriebe: Erstmals dominieren die reinen Stromer so stark, dass sie die klassischen Benziner deutlich auf die Plätze verweisen. Wer nun aber denkt, dass der Verbrennungsmotor gänzlich abgeschrieben ist, irrt gewaltig.

Elektro-Boom trifft auf Verbrenner-Krise

Wer hätte noch vor kurzem gedacht, dass die Nachfrage derart kippt? Mittlerweile fährt mehr als jeder vierte neu zugelassene Wagen rein elektrisch. Mit einem rasanten Zuwachs von über 41 Prozent sichern sich Batterieautos einen Marktanteil von knapp 26 Prozent. Im Gegenzug blutet das klassische Verbrenner-Segment regelrecht aus:

  • Reine Benziner stürzten um beachtliche 20 Prozent ab.
  • Dieselfahrzeuge verloren fast 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Branchenexperten beobachten diese Entwicklung schon länger. Der Hochlauf der Elektromobilität gewinnt an Fahrt:

"Dieser dynamischere Hochlauf ist vor allem auf die gestiegenen Kraftstoffpreise und das inzwischen breitere Fahrzeugangebot der Hersteller zurückzuführen."

Deutschlands liebster Verbrenner

Trotz des rasanten Siegeszugs der Batterieautos greifen zehntausende Käufer weiterhin zum vertrauten Verbrennungsmotor. Welches Modell hier das Sagen hat? Wenig überraschend bleibt der Volkswagen Golf das Maß der Dinge bei den klassischen Antrieben, dicht gefolgt von seinem SUV-Bruder, dem VW Tiguan.

Obwohl die reinen Verbrenner insgesamt Federn lassen müssen, klammert sich der Wolfsburger Konzern mit einem Gesamtmarktanteil von 18,5 Prozent souverän an die Spitze. Die Käufer schätzen an den Top-Modellen vor allem die gewohnte Bedienung, ein dichtes Tankstellennetz und eine hohe Wertstabilität auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Die heimliche Rettung des Benziners?

Ganz tot ist der Verbrenner ohnehin nicht, er hat sich nur geschickt neu erfunden. Nimmt man die verschiedenen Hybrid-Modelle in die Gleichung auf, zeigt sich ein weitaus differenzierteres Bild: Über 70.000 Neuzulassungen entfielen im April auf Autos, die sowohl einen Elektro- als auch einen Verbrennungsmotor an Bord haben. Der klassische Benzintank hat also noch lange nicht ausgedient – er teilt sich die Arbeit heute nur immer öfter mit einer Batterie.