Deutschland ist Kombi-Land, daran hat auch die SUV-Welle wenig geändert. Doch die Auswahl an bezahlbaren, schicken Lademeistern schrumpft zusehends. Genau in diese Lücke stößt nun Kia mit voller Wucht. Der neue K4 Sportswagon ist nicht einfach nur ein Ceed-Nachfolger – er ist eine Kampfansage an die etablierte Konkurrenz aus Wolfsburg und Tschechien. Mit fast 4,70 Metern Länge entwächst er der Kompaktklasse förmlich und klopft fast schon eine Etage höher an.

Design-Revolution statt Biedermann-Optik

Wer beim Wort „Kombi“ an langweilige Kisten denkt, wird hier eines Besseren belehrt. Kia verpasst dem K4 die spektakuläre „Opposites United“-Designsprache, die wir schon vom riesigen EV9 kennen. Das bedeutet: Scharfe Kanten, eine futuristische „Star Map“-Lichtsignatur und eine fast schon coupéhafte Dachlinie, die den Sportswagon extrem dynamisch wirken lässt.

Ein besonderer Hingucker sind die in der C-Säule versteckten Türgriffe der Fondtüren und die ausgestellten Kotflügel, die dem Wagen einen satten Stand verleihen. Das ist mutig, das ist frisch – und es lässt den aktuellen Golf Variant fast schon altbacken aussehen.

Platzwunder für die ganze Familie

Doch Optik ist bei einem Kombi nicht alles, die inneren Werte müssen stimmen. Und hier liefert der K4 ab: Durch den enormen Längenzuwachs bietet der Sportswagon ein Kofferraumvolumen, das sich sehen lassen kann. Über 600 Liter schluckt das Heck im Normalzustand. Wer die Rücksitzbank umklappt, erhält eine Ladehöhle, die auch den Besuch im schwedischen Möbelhaus ohne Schweißausbrüche möglich macht.

„Der K4 Sportswagon ist der Beweis, dass man für viel Platz kein riesiges SUV braucht.“

Auch im Innenraum herrscht moderne Zeiten-Stimmung. Statt analoger Uhren blickt der Fahrer auf eine riesige Panorama-Display-Landschaft, die Cockpit und Infotainment verschmilzt. Dazu gibt es physische Tasten für die wichtigsten Funktionen – ein Segen für alle, die sich nicht durch zehn Untermenüs tippen wollen, nur um die Sitzheizung zu aktivieren.

Benzin im Blut – ganz ohne Stecker-Zwang

Während viele Hersteller ihre Verbrenner-Palette radikal zusammenstreichen, bleibt Kia pragmatisch. Den K4 wird es hierzulande nicht als reines Elektroauto geben – dafür ist der futuristische Bruder EV4 zuständig. Stattdessen setzt der Sportswagon auf klassische Tugenden:

  • 1.0 T-GDI: Der Einstieg mit soliden 115 PS, wahlweise als Handschalter oder mit Doppelkupplungsgetriebe.
  • 1.6 T-GDI: Für alle, die es flotter mögen, gibt es bis zu 180 PS – perfekt für die linke Spur der Autobahn.
  • Kein Diesel: Das mag Vielfahrer schmerzen, aber Mild-Hybrid-Systeme sollen den Verbrauch der Benziner im Zaum halten.

Ein Vollhybrid soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen und die Lücke für Effizienz-Fans schließen. Gebaut wird der Wagen übrigens in Mexiko, was die globalen Ambitionen der Koreaner unterstreicht.

Fazit: Ein Lichtblick für Traditionalisten

Der Kia K4 Sportswagon ist eine erfrischende Abwechslung im Einerlei der hochbeinigen Crossover. Er bietet viel Platz, ein Design, nach dem man sich umdreht, und bewährte Antriebstechnik zu einem Preis, der voraussichtlich deutlich unter dem der deutschen Konkurrenz starten wird. Wenn er Anfang 2026 zu den Händlern rollt, könnte er zum neuen Liebling deutscher Familienväter werden.