Der Jahresauftakt 2026 gleicht einem Paukenschlag für die europäische Autoindustrie. Der Gesamtmarkt schwächelt, die Neuzulassungen in der EU sanken im Januar um fast vier Prozent auf knapp 800.000 Fahrzeuge. Doch wer jetzt glaubt, die Autokäufer hätten generell die Lust verloren, irrt gewaltig. Der Rückgang ist fast ausschließlich dem dramatischen Einbruch bei klassischen Verbrennern geschuldet. Benziner rauschten um satte 28 Prozent in den Keller, Diesel-Pkw verloren über 22 Prozent. Der einstige Standardantrieb wird zum Auslaufmodell, und zwar im Zeitraffer.

Elektroautos trotzen dem Trend

Allen Unkenrufen zum Trotz sind es ausgerechnet die Stromer, die den Markt stützen. Die Zulassungen reiner Batterie-Elektroautos (BEV) schossen EU-weit um über 24 Prozent nach oben. Fast jedes fünfte neu zugelassene Auto im Januar war ein reiner Stromer – ein Marktanteil von 19,3 Prozent. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lagen wir noch bei knapp 15 Prozent. Besonders in Deutschland und Frankreich griffen die Kunden beherzt zu, während Märkte wie Belgien oder die Niederlande nachgaben.

Doch der wahre Gewinner fährt zweigleisig: Hybridfahrzeuge (ohne Stecker) bleiben mit fast 40 Prozent Marktanteil die unangefochtenen Lieblinge der Europäer. Zusammen mit den ebenfalls stark wachsenden Plug-in-Hybriden sind elektrifizierte Antriebe nun endgültig die neue Normalität.

Tesla schwächelt, China stürmt

Besonders brisant ist der Blick auf die Hersteller. Während der Gesamtmarkt für E-Autos wächst, fährt Branchenprimus Tesla im Rückwärtsgang. Ein Minus von 17 Prozent im erweiterten Europamarkt (EU+EFTA+UK) zeigt, dass die Zeiten der unangefochtenen Dominanz vorbei sein könnten. Die Lücke füllen andere: Chinesische Herausforderer wie BYD verzeichnen Wachstumsraten im dreistelligen Prozentbereich und rollen das Feld von hinten auf.

Die Fakten im Überblick

  • Verbrenner-Krise: Benziner (-28 %) und Diesel (-22 %) verlieren massiv an Boden.
  • Stromer-Hoch: E-Autos erreichen 19,3 % Marktanteil, Plug-in-Hybride legen fast 29 % zu.
  • Deutschland-Delle: Hierzulande sank der Gesamtmarkt um 6,6 %, doch E-Autos legten um fast 24 % zu.

"Die Zahlen zeigen eine klare Verschiebung. Wer jetzt noch rein auf Verbrenner setzt, fährt in eine Sackgasse. Der Kunde stimmt mit dem Geldbeutel ab – und der zeigt immer öfter Richtung Stecker."