Das Autojahr 2025 ist Geschichte, und die Bilanz des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hält einige Paukenschläge bereit. Während der Gesamtmarkt leicht wächst, spielen sich hinter den Kulissen dramatische Machtverschiebungen ab. Ein einstiger Elektro-Pionier stürzt bodenlos ab, während ein tschechischer Preis-Leistungs-Sieger und chinesische Herausforderer den Markt neu ordnen.

Auf den ersten Blick wirkt alles ruhig: Der deutsche Automarkt ist 2025 moderat gewachsen. Doch der Schein trügt. Die aktuellen Zahlen der Flensburger Behörde zeigen eine Branche im Umbruch, in der Karten völlig neu gemischt werden. Etablierte Premium-Hierarchien wackeln, und die einstige Dominanz amerikanischer E-Auto-Bauer bröckelt massiv.

Der tiefe Fall des Elon Musk

Es ist die wohl schockierendste Zahl des Jahres: Tesla hat in Deutschland fast die Hälfte seines Absatzes eingebüßt. Ein Minus von über 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist mehr als nur eine Delle – es ist ein Warnsignal. Während die Marke noch vor kurzem als unantastbarer Innovator galt, scheinen die deutschen Käufer nun Alternativen zu bevorzugen. Die Gründe sind vielfältig: Veraltete Modelle, starke Konkurrenz und Preiskämpfe haben dem US-Pionier sichtlich zugesetzt.

Noch dramatischer sieht es bei Smart aus. Die Neuerfindung der Marke als reiner Elektro-Anbieter mit chinesischer Technik kommt beim Publikum offenbar nicht wie erhofft an – ein Minus von über 60 Prozent spricht eine deutliche Sprache.

Skoda und BMW auf der Überholspur

Ganz anders die Stimmung bei den Gewinnern. Allen voran Skoda: Die Tschechen fahren mit einem zweistelligen Plus von über 10 Prozent allen davon. Das Rezept scheint simpel: Viel Auto für faires Geld. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit greifen die Deutschen lieber zum vernünftigen Octavia oder den starken E-Modellen der Marke, als unnötig Geld für Prestige auszugeben.

Doch auch im Premium-Segment gibt es einen klaren Sieger. Während Audi und Mercedes nur minimale Zuwächse verzeichnen und auf der Stelle treten, sprintet BMW mit fast 9 Prozent Plus davon. Die Münchner Strategie, dem Kunden die Wahl zwischen Verbrenner, Hybrid und Elektro zu lassen, zahlt sich aus. Besonders im wichtigen Dienstwagenmarkt ist BMW damit zurzeit das Maß der Dinge.

Der Elektro-Markt lebt – und spricht Chinesisch

Entgegen aller Unkenrufe ist das Elektroauto nicht tot. Im Gegenteil: 2025 markiert mit einem Marktanteil von gut 19 Prozent einen neuen Rekordwert für reine Stromer. Doch wer profitiert davon? Neben dem Volkswagen-Konzern, der mit dem ID.7 einen echten Hit gelandet hat, sind es vor allem die neuen Spieler aus Fernost.

Ein Wachstum von über 700 Prozent bei BYD zeigt: Die chinesischen Hersteller sind keine Nischenerscheinung mehr, sondern eine reale Bedrohung für das Establishment.

Zwar starten Marken wie BYD von einem niedrigen Niveau, doch die Kurve zeigt steil nach oben. Sie füllen genau die Lücken, die Tesla und Co. offenlassen.

VW bleibt der unangefochtene Platzhirsch

Trotz aller Krisen-Schlagzeilen: Volkswagen bleibt die Nummer eins in Deutschland und konnte sogar leicht zulegen. Der Golf verteidigt seinen Thron als meistverkauftes Auto, flankiert von den SUV-Bestsellern T-Roc und Tiguan. Interessant ist jedoch der Blick auf die Verfolger: Der Opel Corsa hat sich als „Aufsteiger des Jahres“ fest in den Top-Rängen etabliert.

Fazit des Autojahres 2025: Markentreue war gestern. Die deutschen Autofahrer entscheiden zunehmend pragmatisch. Wer liefert, gewinnt – egal ob aus Wolfsburg, Mlada Boleslav oder Shenzhen. Wer sich hingegen auf vergangenen Lorbeeren ausruht, wird gnadenlos abgestraft.