Das Warten hat ein Ende: Nachdem US-Kunden bereits seit einiger Zeit in den Genuss der neuen künstlichen Intelligenz kommen, drückt Tesla nun auch in Europa auf den Startknopf. Mit der Software-Version 2026.2.6 hält „Grok“ Einzug in die hiesigen Fahrzeuge. Das Update wird derzeit over-the-air an berechtigte Modelle in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern verteilt.
Anders als die bisherige, oft hölzerne Sprachsteuerung, verspricht Grok eine Revolution im Innenraum. Das System basiert auf der Technologie von Elon Musks KI-Firma xAI und soll verstehen, was Fahrer wirklich meinen – ganz ohne auswendig gelernte Befehlsketten.
Schluss mit „Befehl nicht verstanden“
Der wohl größte Alltagsnutzen liegt in der tiefen Integration ins Navigationssystem. Statt mühsam Adressen zu diktieren, reicht nun ein Satz wie: „Ich habe Lust auf scharfes Essen, such mir den besten Thai-Imbiss in der Nähe.“ Grok analysiert die Anfrage, sucht entsprechende Ziele und startet auf Wunsch direkt die Routenführung. Auch komplexe Fragen zum Fahrzeug selbst („Was bedeutet die gelbe Warnleuchte mit dem Ausrufezeichen?“) beantwortet der Assistent unter Rückgriff auf das digitale Handbuch in Sekundenschnelle.
Ein Beifahrer mit Persönlichkeit
Tesla wäre nicht Tesla, wenn der Spaß zu kurz käme. Grok ist kein starrer Roboter, sondern ein Verwandlungskünstler. Nutzer können aus verschiedenen Persönlichkeits-Modi wählen:
- Der Assistent: Sachlich, hilfsbereit und effizient.
- Der Storyteller: Perfekt, um Kinder auf der Rückbank mit Geschichten zu unterhalten.
- Der „Unhinged“-Modus: Für alle, die Elons speziellen Humor teilen und sich von ihrem Auto auch mal sarkastisch belehren lassen wollen.
Hardware-Hürde für ältere Modelle
Doch nicht jeder Tesla-Besitzer wird ab sofort mit seiner Mittelkonsole philosophieren können. Die rechenintensiven KI-Modelle stellen hohe Anforderungen an die Hardware. Voraussetzung für die Nutzung ist der moderne AMD Ryzen Infotainment-Prozessor. Fahrzeuge mit den älteren Intel Atom Chips gehen leer aus. Zudem ist ein aktives Abonnement für die Premium-Konnektivität oder eine stabile WLAN-Verbindung erforderlich, da die Anfragen über die Cloud verarbeitet werden.
Datenschutzbedenken versucht der Hersteller direkt auszuräumen: Alle Gespräche mit dem Chatbot sollen anonymisiert stattfinden und nicht mit dem spezifischen Fahrzeug verknüpft werden. Wer also schon immer mal mit seinem Auto über den Sinn des Lebens diskutieren wollte, hat ab sofort die Gelegenheit dazu.