Es ist eine Premiere mit enormer Tragweite für den tschechischen Autobauer: Die Serienproduktion des neuen vollelektrischen Kompakt-SUVs Škoda Epiq ist offiziell angelaufen. Wer jedoch glaubt, das neue Einstiegsmodell entstehe in der heimischen Zentrale in Mladá Boleslav, irrt gewaltig. Der günstige Stromer wird tief im Süden Europas, in einem großen Automobilwerk im spanischen Pamplona, gefertigt. Dieser Schritt ist weit mehr als nur eine geografische Randnotiz – er ist das Herzstück einer neuen Effizienz-Strategie, die Elektroautos endlich für die breite Masse erschwinglich machen soll.
Ein historischer Meilenstein fernab der Heimat
Dass ein Fahrzeug der tschechischen Traditionsmarke in Spanien gebaut wird, gab es in der gesamten Unternehmensgeschichte noch nie. Im nordspanischen Pamplona laufen ab sofort die Bänder für das erschwingliche Einstiegsmodell auf Hochtouren. Die Entscheidung folgt einer klaren Logik: Der Mutterkonzern bündelt dort die Produktion seiner kompakten Einstiegs-Elektroautos. Der Epiq teilt sich künftig die Produktionslinien mit diversen Schwestermodellen der Konzernfamilie.
Durch diese klugen Synergien lassen sich die Stückkosten drastisch senken und komplizierte Lieferketten vereinfachen. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt für die Tschechen: In den heimischen Werken bleiben dringend benötigte Kapazitäten für andere, stark nachgefragte Verbrenner- und Hybrid-Bestseller frei.
Viel Reichweite für wenig Geld
Mit einem anvisierten Einstiegspreis von knapp unter 26.000 Euro bläst das Kompakt-SUV zum Frontalangriff in der heiß umkämpften elektrischen Einstiegsklasse. Technisch basiert der Wagen auf einer weiterentwickelten Elektro-Plattform und markiert zudem das erste Modell, das die neue, robustere Designsprache der Marke vollständig auf die Straße bringt.
- Alltagstauglichkeit: Bis zu 440 Kilometer Reichweite nach WLTP.
- Leistung: Verschiedene Ausführungen bieten zwischen 115 und 211 PS.
- Ladetechnik: Schnelles Laden ist durch die optimierte Architektur garantiert und macht den Wagen langstreckentauglich.
Flexible Produktion als Krisenschutz
Eine Besonderheit am Produktionsstandort in Navarra ist die enorme Anpassungsfähigkeit. Anstatt das Werk rigoros auf reine Elektroauto-Linien umzurüsten, werden E-Fahrzeuge und klassische Verbrennermodelle auf ein und derselben Linie montiert. Das gibt dem Werk die nötige Flexibilität, um blitzschnell auf mögliche Schwankungen in der europäischen Kundennachfrage zu reagieren.
In den Führungsetagen feiert man diesen Tag bereits als großen Wurf für die Bezahlbarkeit der Elektromobilität:
"Der Produktionsstart ist ein historischer Moment. Damit wird vollelektrisches Fahren zugänglicher denn je – mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis, das exakt für den Alltag entwickelt wurde."
Der Vorstoß in das Segment der 25.000-Euro-Autos könnte genau der Befreiungsschlag sein, auf den viele unentschlossene Autokäufer gewartet haben. Wenn die Qualität der spanischen Produktion das hält, was das Datenblatt verspricht, hat dieser kleine Stromer definitiv das Zeug zum neuen Bestseller auf deutschen Straßen.