Der japanische Automobilgigant fährt im Kleinwagensegment in den kommenden Jahren schwere Geschütze auf. Während sich Konkurrenten oft strikt zwischen reinen Elektromodellen und klassischen Verbrennern entscheiden müssen, schlägt Toyota mit der fünften Generation des Yaris einen völlig anderen Weg ein. Die Devise lautet: Maximale Flexibilität für alle Märkte und individuellen Kundenbedürfnisse.

Toyotas clevere Multi-Energy-Strategie

Die kommenden Yaris-Modelle werden auf einer komplett neuen, hochflexiblen Fahrzeugarchitektur basieren. Diese erlaubt es den Ingenieuren, auf demselben Band unterschiedliche Antriebsarten zu fertigen, ohne signifikante Kompromisse bei der Raumausnutzung oder dem Design eingehen zu müssen.

Europachef Andrea Carlucci machte in der Branche kürzlich deutlich, dass der Konzern sich zwar unweigerlich in Richtung Elektrifizierung bewege, eine einseitige Festlegung auf Batteriefahrzeuge jedoch der falsche Weg sei. Man müsse eine Lösung anbieten, die jeden Fahrer abholt.

"Der ideale Weg besteht darin, eine Plattform anzubieten, die verschiedene Energieoptionen umfasst, sodass wir unterschiedliche Antriebsstränge bereitstellen können, die für jeden Kunden die richtige Lösung darstellen. Ein Multi-Energie-Ansatz ist nicht nur eine Lösung unter vielen. Er muss die Lösung sein."

Damit bleibt Toyota seiner pragmatischen Linie treu: Der Benziner lebt für Basismodelle weiter, der bewährte Hybrid wird noch effizienter, und der Batterieantrieb (BEV) komplettiert das emissionsfreie Trio für die Stadt.

Kampfansage an die Elektro-Konkurrenz

Vor allem die rein elektrische Version dürfte den europäischen Markt ordentlich aufmischen. Mit einer anvisierten Reichweite von rund 400 Kilometern positioniert sich der E-Yaris als voll alltagstaugliches City-Car, das auch auf der Landstraße oder der Autobahn nicht sofort an die Ladesäule muss. Damit tritt der Kleinwagen gegen ein extrem starkes Feld an europäischen Herausforderern an:

  • Volkswagen ID. Polo: Der für die kommenden Jahre erwartete Volks-Stromer aus Wolfsburg.
  • Renault 5: Der französische Retro-Flitzer, der aktuell einen enormen Hype erfährt.
  • Cupra Raval: Die aggressive und sportliche Alternative aus dem VW-Konzern.

Aber auch die klassischen Hybrid-Fans kommen nicht zu kurz. Das aktuelle Yaris-Modell brilliert mit einem Normverbrauch von lediglich 3,8 Litern auf 100 Kilometern. Die Entwickler haben sich intern zum Ziel gesetzt, diesen extrem niedrigen Wert bei der neuen Generation mindestens zu halten, wenn nicht sogar durch optimierte Aerodynamik und verbesserte Batterietechnik noch weiter zu unterbieten.

Neues Design: Vom Bestseller zum Premium-Flitzer

Optisch wird der Yaris wohl einen deutlichen Sprung nach vorne machen. Insiderberichte deuten auf eine markante Weiterentwicklung der sogenannten "Hammerhead"-Frontpartie hin, die bereits den aktuellen Toyota Prius und den C-HR ziert. Schärfere Linien, extrem kurze Überhänge und ein tieferer Lufteinlass sollen dem Fahrzeug eine dynamische, beinahe angriffslustige Präsenz verleihen. Toyota möchte den Yaris offenbar endgültig vom Image des reinen Vernunftautos lösen und ihn stattdessen als hochwertiges, modernes Urban-Vehicle positionieren.

Gute Nachrichten gibt es zu guter Letzt auch für Motorsport-Enthusiasten: Um das erfolgreiche hauseigene Rallye-Engagement weiterhin zu untermauern, gilt auch eine Neuauflage der legendären Hochleistungsversion GR Yaris als sehr wahrscheinlich.