Es ist offiziell: Das Hin und Her hat ein Ende, die Kaufprämie kehrt zurück. Nachdem der Umweltbonus Ende 2023 abrupt gestoppt wurde und die Verkaufszahlen in den Keller rauschten, steuert Berlin nun gegen. Umweltminister Carsten Schneider präsentierte gestern die Details der neuen Förderung, die gezielt Privatleuten unter die Arme greifen soll. Bis zu 6000 Euro sind drin – allerdings nur, wenn Einkommen, Familiensituation und Fahrzeugwahl exakt ins Raster passen.

Geld zurück – auch für Januar-Käufer

Die wohl wichtigste Nachricht für alle, die in den ersten Januarwochen bereits zugeschlagen haben: Die Förderung gilt rückwirkend. Wer sein E-Auto seit dem 1. Januar 2026 zugelassen hat, ist prinzipiell antragsberechtigt. Der Haken an der Sache ist der Zeitplan der Bürokratie. Das entsprechende Online-Portal wird voraussichtlich erst im Mai freigeschaltet. Bis dahin heißt es: Kaufbelege sammeln, Steuerbescheide bereitlegen und geduldig warten.

Der Sozial-Bonus: Wer wenig hat, kriegt mehr

Anders als bei der Gießkannen-Förderung der Vergangenheit, schaut der Staat diesmal genau auf den Gehaltszettel. Die neue Prämie ist streng sozial gestaffelt:

  • Basisförderung: Für reine E-Autos gibt es pauschal 3000 Euro.
  • Kinder-Bonus: Pro Kind (max. zwei) legt der Staat 500 Euro drauf.
  • Einkommens-Booster: Wer weniger als 60.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen hat, bekommt 1000 Euro extra. Unter 45.000 Euro sind es sogar 2000 Euro.

In der Summe ergibt das den Spitzenwert von 6000 Euro. Doch Vorsicht: Die Obergrenze liegt bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 80.000 Euro (90.000 Euro mit Kindern). Wer mehr verdient oder einen Firmenwagen sucht, geht diesmal komplett leer aus.

Kritik von Experten: Ein Strohfeuer?

Die Reaktionen aus der Branche sind gemischt. Während Hersteller wie Ford bereits mit eigenen Zusatz-Rabatten von 5000 Euro in die Offensive gehen, warnen Experten vor Mitnahmeeffekten. Kritiker wie Ferdinand Dudenhöffer befürchten, dass die Autobauer ihre zuletzt gewahrten Rabatte nun einfach streichen könnten. Am Ende würde die staatliche Spritze dann direkt in die Taschen der Konzerne fließen, ohne das Auto für den Kunden real günstiger zu machen.

"Das Ziel ist, Familien den Umstieg zu ermöglichen, die sich sonst keinen Neuwagen leisten könnten."

Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Wer die Prämie will, muss das Auto mindestens 36 Monate behalten – ein schnelles Weiterverkaufen ins Ausland, wie früher oft praktiziert, soll so unterbunden werden.