Ferrari wagt den mutigen Schritt in die reine Elektromobilität und kassiert für den brandneuen "Luce" prompt massive Kritik aus dem Netz sowie an der Börse. Für den Dauerrivalen Lamborghini ist das offenbar ein klares Warnsignal: Die VW-Tochter stoppt kurzerhand ihre eigenen E-Auto-Pläne und ändert die Strategie radikal.
Die Sportwagenwelt hält den Atem an, und das nicht vor purer Begeisterung. Mit großer Spannung wurde das erste vollelektrische Modell aus Maranello erwartet. Doch die Enthüllung des Ferrari Luce geriet zum medialen Spießrutenlauf. Während sich die Fans über die Optik des Fünfsitzers streiten, nutzt Konkurrent Lamborghini die Gunst der Stunde für eine weitreichende Kehrtwende.
Der 550.000-Euro-Schock aus Maranello
Technisch bringt der Ferrari Luce alles mit, was ein modernes Hypercar benötigt. Vier Elektromotoren, eine 122-kWh-Batterie und bis zu 772 kW Leistung sollen die Emotionen der Marke in das Batteriezeitalter retten. Doch das Fahrzeug, das maßgeblich unter der Federführung des ehemaligen Apple-Designers Jony Ive gestaltet wurde, polarisiert extrem.
Anstatt klassischer Sportwagen-Proportionen präsentiert sich der Luce als Crossover mit vier Türen und einem sehr minimalistischen Konzept. Das Netz reagierte mit Hohn und Spott, Puristen sprachen von einem Sakrileg. Auch die Finanzmärkte zeigten sich wenig angetan: Kurz nach der Präsentation brach die Aktie des Luxusautobauers spürbar ein.
Lamborghini zieht die Notbremse
Diese Entwicklungen beim italienischen Nachbarn blieben im Hauptquartier von Lamborghini in Sant'Agata Bolognese natürlich nicht unbemerkt. Der Autobauer sah sich in seiner bereits keimenden Skepsis gegenüber rein elektrischen Supersportwagen bestätigt. Aus der Chefetage wurde unlängst unmissverständlich klargemacht, dass man die Entwicklung des rein elektrischen Crossovers "Lanzador" sowie einer vollelektrischen Version des Erfolgs-SUV Urus komplett eingestellt habe.
"Innovationen sind entscheidend für den Erfolg, aber sie dürfen der Kundschaft nicht unter Zwang aufgedrückt werden. Die Akzeptanz für reine Elektroautos tendiert in unserem Segment derzeit gegen null."
Die Marktbeobachtungen hätten schlichtweg gezeigt, dass die Nachfrage nach reinen Batterie-Fahrzeugen bei der betuchten Supersportwagen-Kundschaft ausbleibt. Anstatt auf Risiko zu spielen und ein ähnlich umstrittenes Prestigeprojekt wie den Ferrari Luce auf den Markt zu drücken, geht die Marke mit dem Stier nun einen weitaus konservativeren Weg.
Hybride Kraft statt Ladesäulen-Frust
Anstelle des radikalen Bruchs setzt Lamborghini künftig auf emotionale Kompromisse, um strenge Emissionsvorgaben mit dem Wunsch nach markerschütterndem Sound zu vereinbaren:
- Konsequente Hybridisierung: Alle zukünftigen Modelle der Volkswagen-Tochter setzen auf leistungsstarke Plug-in-Hybrid-Systeme, die das Beste aus beiden Welten vereinen sollen.
- Umbau des Lanzador: Das ursprünglich als reines Elektroauto konzipierte Modell Lanzador soll nun als vierte Baureihe mit einem Teilzeitstromer-Antrieb auf den Markt kommen.
- Fokus auf Emotionen: Der Verbrennungsmotor bleibt als Herzstück und unverzichtbarer Teil des emotionalen Fahrerlebnisses erhalten, da die anvisierte Käuferschaft dies explizit einfordert.
Damit gehen die beiden ikonischen Sportwagenmarken Italiens künftig völlig unterschiedliche Wege. Während Ferrari hofft, dass sich der erste Schock über den Luce legt und neue Käuferschichten erschlossen werden, verlässt sich Lamborghini auf die alteingesessenen Tugenden der Verbrennerwelt.