Wenn westliche Autobauer den rasanten Aufstieg der asiatischen Konkurrenz bei Software und Batterietechnik nicht aufhalten können, machen sie eben gemeinsame Sache. Jüngsten Berichten aus der Branche zufolge hat der Mutterkonzern von Opel, Fiat und Chrysler eine weitreichende Vereinbarung mit einem staatlichen chinesischen Partner unterzeichnet. Das Investitionsvolumen hat es in sich: Umgerechnet rund eine Milliarde Euro fließen in das ehrgeizige Projekt.
Interessant dabei ist die finanzielle Aufteilung. Der europäische Autogigant selbst steuert nur einen vergleichsweise kleinen Anteil von etwa 130 Millionen Euro bei, während der Großteil der Kosten vom asiatischen Kooperationspartner getragen wird. Ziel dieses Bündnisses ist es, die Entwicklung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben – darunter reine Elektroautos und hochmoderne Hybride – drastisch zu beschleunigen.
Welche Modelle uns erwarten
Das Produktionszentrum für diesen globalen Vorstoß wird die Metropole Wuhan sein. Von hier aus sollen die Fahrzeuge nicht nur den riesigen lokalen Markt bedienen, sondern auch nach Europa und in den Rest der Welt exportiert werden. Konkret umfasst der Plan zunächst vier neue Modelle:
- Zwei elektrifizierte Geländewagen der US-Kultmarke Jeep, die trotz alternativem Antrieb kompromisslos ihren gewohnten Offroad-Charakter behalten sollen.
- Zwei neue Peugeot-Modelle, die sich stark an radikalen und futuristischen Konzeptfahrzeugen orientieren, die kürzlich auf asiatischen Leitmessen gefeiert wurden.
- Der offizielle Produktionsstart für alle vier Fahrzeuge ist bereits für das Jahr 2027 fest angesetzt.
"Wer den technologischen Vorsprung bei der Elektromobilität nicht ignorieren will, muss diese asiatische Expertise nutzen. Es ist ein hochpragmatischer Schritt, um auf dem Weltmarkt langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben."
Was bedeutet das für den deutschen Autokäufer?
Für Kunden hierzulande könnte dieser beispiellose Schritt vor allem eines bedeuten: Mehr Technologie für weniger Geld. Westliche Marken kämpfen derzeit mit immensen Entwicklungskosten für neue Elektroplattformen, was die Fahrzeugpreise in Europa oft unerschwinglich macht. Durch die Auslagerung der Produktion und die gezielte Nutzung hochgradig skalierter asiatischer Lieferketten lassen sich Kostenstrukturen erheblich nach unten korrigieren.
Gleichzeitig wirft die neue Strategie berechtigte Fragen über die Zukunft der traditionellen europäischen Produktionsstandorte auf. Zwar wird branchenweit stets beteuert, die heimischen Werke weiterhin auslasten zu wollen, doch die Verlagerung von Volumen- und Schlüsselmodellen zeigt deutlich, wohin die Reise in den kommenden Jahren geht. Wenn Ikonen wie Jeep und Peugeot den Anfang machen, dürften andere bekannte Traditionsmarken schon bald folgen.