Das Jahr 2026 markiert die Wende in der deutschen Förderpolitik. Während Käufer in den letzten Monaten oft in die Röhre schauten, greift nun ein neues Maßnahmenbündel, das sowohl den Privatmarkt sozial abfedern als auch den Dienstwagen-Sektor neu beleben soll. Der „Umweltbonus“ ist zurück – aber anders, als viele dachten.

Der „Sozial-Booster“ für Privatkäufer

Die wohl größte Überraschung ist die Neuauflage der Kaufprämie. Anders als früher gibt es das Geld nicht mehr für jeden Tesla-Fahrer. Der neue Bonus ist streng sozial gestaffelt. Das Ziel: E-Mobilität soll auch für Normalverdiener bezahlbar werden.

  • Bis zu 6.000 Euro Zuschuss: Die maximale Summe erhalten Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von unter 45.000 Euro und Kindern.
  • Rückwirkende Geltung: Wer sein Fahrzeug seit dem 1. Januar 2026 zugelassen hat, geht nicht leer aus. Die Anträge sollen ab Mai beim zuständigen Amt gestellt werden können.
  • Leasing inklusive: Auch Leasingverträge werden gefördert, was gerade einkommensschwächeren Haushalten den Einstieg erleichtern soll.

Das Firmenwagen-Paradies: 0,25-Prozent-Regel & Turbo-Abschreibung

Während Privatleute auf ihr Einkommen schauen müssen, knallen in den Fuhrpark-Abteilungen die Sektkorken. Der Staat hat erkannt, dass der Gebrauchtwagenmarkt der Zukunft heute in den Firmenflotten entsteht.

  1. 100.000 Euro Grenze: Die beliebte 0,25-Prozent-Versteuerung für Dienstwagen gilt jetzt bis zu einem Bruttolistenpreis von 100.000 Euro (zuvor 70.000 Euro). Damit fallen auch große E-SUVs und Premium-Limousinen unter die begünstigte Steuerregel.
  2. 75% Sofort-Abschreibung: Der eigentliche Hammer für Selbstständige und GmbHs ist die neue degressive Abschreibung (Sonder-AfA). Im Jahr der Anschaffung können satte 75 Prozent des Fahrzeugwertes steuerlich geltend gemacht werden. Das drückt die Steuerlast im ersten Jahr massiv.

Laufende Kosten: THG-Quote und Steuerfreiheit

Auch abseits der Anschaffung gibt es gute Nachrichten. Die fast schon totgesagte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) erholt sich dank der Umsetzung der RED-III-Richtlinie.

„Für 2026 rechnen Experten wieder mit Erlösen von über 300 Euro pro Fahrzeug, nachdem die Kurse zuletzt im Keller waren.“

Zudem wurde die Kfz-Steuerbefreiung verlängert: E-Autos, die bis Ende 2030 zugelassen werden, bleiben bis zum 31. Dezember 2035 komplett steuerfrei. Zusammen mit den gesunkenen Strompreisen an den Ladesäulen lohnt sich der Umstieg 2026 rechnerisch so sehr wie lange nicht mehr – vorausgesetzt, man kennt die richtigen Töpfe.