Ein neuer Player aus dem Reich der Mitte drängt mit aller Macht nach Deutschland und hat es direkt auf die Krone der Importeure abgesehen. Geely, der Mutterkonzern hinter bekannten Marken wie Volvo und Polestar, bringt nun auch seine eigene Kernmarke auf unsere Straßen. Die Marschroute für die kommenden Jahre ist klar definiert: In einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren möchte man der stärkste chinesische Automobilimporteur hierzulande werden und etablierte Rivalen vom Thron stoßen.
Bekanntes Gesicht mit ehrgeizigem Plan
Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, vertraut der Konzern auf geballte Branchenerfahrung. Die Leitung auf dem hiesigen Markt übernimmt ein Manager, der zuvor knapp sechs Jahre bei Tesla sowie als Vizepräsident im Vertrieb für MG tätig war. Seine Aufgabe ist es nun, den Erfolg beim Aufbau dieser Marken für den neuen Herausforderer zu wiederholen.
Die Konkurrenz schläft jedoch nicht. Der aktuelle Branchenprimus BYD hat für das laufende Jahr die Marke von 50.000 Einheiten im Visier, während die einstige britische Traditionsmarke MG für 2026 rund 33.000 Neuzulassungen anpeilt.
Keine Experimente beim Service
Viele asiatische Neueinsteiger hatten in der Vergangenheit mit einem ausgedünnten Werkstattnetz zu kämpfen. Hier will der Konzern von Anfang an Vertrauen bei den deutschen Autokäufern schaffen. Der Plan sieht vor, sich auf klassische und bewährte Autohäuser zu stützen:
- Bis Jahresende sollen bereits die ersten 50 Vertriebs- und Servicestandorte stehen.
- Mittelfristig ist ein Ausbau auf mindestens 125 Standorte fest eingeplant.
- In jeder Region mit mehr als 100.000 Einwohnern soll die Marke künftig vertreten sein.
"Jeder Vertriebsstandort muss auch Service bieten – da machen wir keine Experimente."
Ein erster Meilenstein ist bereits erreicht: In Aachen eröffnete kürzlich ein großer Showroom in Zusammenarbeit mit einer renommierten Autohaus-Gruppe, die sonst unter anderem Modelle von BMW und Land Rover vertreibt. Weitere Partnerschaften im Raum Bonn zeigen, dass man gezielt auf etablierte Händlerstrukturen setzt.
Ein veränderter Markt
Die Karten auf dem europäischen Automarkt werden derzeit völlig neu gemischt. Während anhaltende politische Debatten um Importzölle geführt werden, suchen viele preisbewusste Käufer längst nach bezahlbaren Alternativen. Vor allem im Bereich der Elektromobilität punkten die asiatischen Hersteller zunehmend mit moderner Technik und attraktiven Konditionen. Ob es dem frisch gestarteten Importeur tatsächlich gelingt, an die absolute Spitze zu stürmen, wird nun davon abhängen, wie gut die neuen Modelle den Geschmack der anspruchsvollen deutschen Kundschaft treffen.