Dacia macht den Spring zur Kampfansage: Die zweite Generation des kleinen Elektroautos soll unter 18.000 Euro bleiben und erstmals in Europa entstehen. Für deutsche Käufer könnte genau das den Unterschied machen, denn der Spring zielt wieder dorthin, wo viele E-Autos längst zu teuer geworden sind: mitten in den Alltag.
Der Spring bleibt – aber der Standort wechselt
Dacia hat die zweite Generation des Spring offiziell angekündigt; der Modellname bleibt erhalten, der Antrieb bleibt vollelektrisch, und das Grundrezept soll weiter auf vier Sitzplätze sowie einen alltagstauglichen Kofferraum setzen. Der wichtigste Schnitt steckt aber nicht im Logo, sondern in der Herkunft: Die neue Generation soll in Europa gefertigt werden, während die bisherige Generation in China produziert wurde.
Das ist mehr als eine hübsche „Made in Europe“-Plakette. Die EU hat auf batterieelektrische Pkw aus China endgültige Ausgleichszölle eingeführt, und genau dieses Umfeld macht europäische Fertigung für günstige E-Autos strategisch deutlich wertvoller.
Die 18.000-Euro-Marke ist die eigentliche Ansage
Der Preisanker kommt aus der Projektphase des neuen A-Segment-Stromers: Dacia-Chef Denis Le Vot stellte ein in Europa gebautes Elektroauto für unter 18.000 Euro in Aussicht. Damit würde der neue Spring wieder dort angreifen, wo die Marke seit Jahren besonders stark ist: beim Preisgefühl.
Zum Vergleich: Der aktuelle Spring wurde für das Modelljahr 2026 in Deutschland ab 16.900 Euro unverbindlicher Preisempfehlung angekündigt. Gleichzeitig nennt Dacia für dieses Modell einen kombinierten Stromverbrauch von 12,7 kWh/100 km und 0 g/km CO2-Emissionen.
Warum das für Deutschland spannend wird
Der Spring war nie der Traumwagen für die linke Autobahnspur. Er war der Gegenentwurf dazu: klein, simpel, elektrisch und bezahlbar. Seit dem Marktstart 2021 wurden in Europa fast 210.000 Spring verkauft; rund 50.000 davon entfielen auf Deutschland.
Genau deshalb ist die zweite Generation so brisant. Wenn Dacia den Preis wirklich unter 18.000 Euro hält, rückt ein neues E-Auto wieder in Regionen, in denen viele Käufer sonst eher nach gebrauchten Verbrennern oder sehr jungen Gebrauchten suchen.
Was schon feststeht – und was noch fehlt
Fest steht: Der neue Spring soll ein wendiges, zuverlässiges, praktisches und erschwingliches Elektroauto für Stadt und Umland bleiben. Fest steht auch: Dacia spricht bislang von europäischer Produktion, nennt aber noch keine vollständigen technischen Daten zur zweiten Generation.
Noch offen sind damit die entscheidenden Zahlen: Batteriegröße, WLTP-Reichweite, Ladeleistung, Kofferraumvolumen der neuen Generation und der konkrete deutsche Bestellstart wurden von Dacia noch nicht vollständig veröffentlicht.
Die Messlatte setzt der aktuelle Spring
Der heutige Spring ist 3,70 Meter lang und bietet je nach Konfiguration 308 bis 1004 Liter Kofferraumvolumen inklusive Frunk. Für das Modelljahr 2026 kamen neue Antriebe mit 52 kW/70 PS und 75 kW/100 PS hinzu.
Die stärkere 100-PS-Version schafft den Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h in 6,9 Sekunden; die 70-PS-Version benötigt dafür 10,3 Sekunden. Die WLTP-Reichweite des aktuellen Modells liegt nach Dacia-Angaben im Bereich von rund 200 Kilometern, abhängig von Version und Ausstattung.
Twingo-Spur: Dacia hält sich bedeckt
Branchenberichte ordnen die zweite Spring-Generation technisch in die Nähe des neuen Renault Twingo E-Tech ein. Offiziell ist zumindest, dass die vierte Twingo-Generation im Renault-Werk Novo Mesto produziert und 2026 vermarktet wird.
Für den Spring bedeutet das noch keine bestätigte Werksadresse. Aber es zeigt, wohin der Konzern bei kleinen E-Autos marschiert: kurze Entwicklungszeiten, europäische Fertigung und Preise, die wieder unter die psychologisch wichtige 20.000-Euro-Linie rutschen.
Fazit: Dacia greift dort an, wo es weh tut
Der neue Dacia Spring muss kein Reichweitenwunder werden, um gefährlich zu sein. Wenn Dacia den angekündigten Kurs hält – unter 18.000 Euro, vollelektrisch, vier Sitze, Produktion in Europa – dann bekommt Deutschland wieder einen echten Preisbrecher im E-Auto-Regal.
Die große Frage ist jetzt nicht mehr, ob der Spring weiterlebt. Die Frage ist, wie viel Auto Dacia für weniger als 18.000 Euro tatsächlich in die zweite Generation packt.