Beim elektrischen Kassenschlager BMW iX1 droht ab Juni ein massiver Lieferengpass, weil dem Hersteller schlichtweg die passenden Felgen ausgehen. Um monatelange Wartezeiten zu umgehen, rät der bayerische Autobauer zu einer Notlösung, die nicht nur richtig ins Geld geht, sondern auch Nachteile bei der Reichweite bringt.

Wer sich aktuell auf seinen neuen Elektro-Bayer freut, braucht starke Nerven. Nach Informationen aus Branchenkreisen reicht der Vorrat an serienmäßigen 17- und 18-Zoll-Leichtmetallrädern nur noch für den Mai. Ab Juni droht in der Produktion ein massiver Engpass, weil ein Zulieferer offensichtlich nicht mehr hinterherkommt. Die bittere Konsequenz: Wer auf die gewählte Basisausstattung beharrt, muss sich auf erheblich längere Wartezeiten einstellen, bei denen sich die Auslieferung um etliche Monate nach hinten verschieben kann.

Das ist für den Autobauer ein herber Rückschlag. Schließlich hat sich das kompakte Elektro-SUV in kurzer Zeit zum absoluten Zugpferd der Marke entwickelt. Vergangenes Jahr entfielen rund 40 Prozent aller Neuzulassungen der X1-Baureihe auf die rein elektrische Variante. Bei manchen Händlern lag der Auftragseingang für den Stromer im ersten Quartal sogar bei satten 70 Prozent.

Die teure Notlösung: Zwangsupgrade für 1.900 Euro

Statt das Lieferketten-Problem jedoch kulant zu lösen, wird der Engpass offenbar direkt an die Kundschaft weitergereicht. Verkäufer werden aktuell angewiesen, betroffenen Käufern einen Umstieg auf größere 19-Zoll-Räder zu empfehlen, um die Produktion zu beschleunigen.

Der große Haken an der Sache: Diese Räder gibt es nicht einfach als Einzeloption zum kleinen Preis. Wer die 19-Zöller wählt, muss gezwungenermaßen in eine teurere Ausstattungslinie wie die „X-Line“ oder das „M-Paket“ wechseln. Das schlägt bei einem Listenstartpreis von knapp 49.000 Euro direkt mit einem satten Aufschlag von rund 1.900 Euro zu Buche.

Optik auf Kosten der Effizienz

Doch der unerwartete Engpass hat nicht nur finanzielle Schattenseiten. Größere Räder sehen zwar im Radkasten imposanter und sportlicher aus, bei einem auf Effizienz getrimmten Elektroauto sind sie jedoch oft ein spürbarer Nachteil:

  • Schrumpfende Reichweite: Größere Felgen sind schwerer und verschlechtern die Aerodynamik. Das saugt unterwegs spürbar mehr Strom aus dem Akku.
  • Härteres Fahrwerk: Weniger Reifengummi bedeutet deutlich weniger Federungskomfort. Bodenwellen und Schlaglöcher im städtischen Alltag schlagen direkter ins Wageninnere durch.
  • Höherer Rollwiderstand: Der erhöhte Widerstand verringert nicht nur die Reichweite, sondern treibt auch den Verbrauch kontinuierlich nach oben.

"Wer aus der Not heraus tiefer in die Tasche greift, zahlt am Ende drauf, um ein Auto zu bekommen, das im Alltag ineffizienter und unkomfortabler rollt."

Ob der Hersteller den verärgerten Bestellern noch mit Service-Gutscheinen oder anderen Kulanzregelungen entgegenkommt, bleibt vorerst völlig offen. Bis dahin haben Käufer nur die unbequeme Wahl: Entweder monatelang auf das neue Auto warten oder zähneknirschend den Aufpreis zahlen.