Einleitung

Die Alpine A110 markiert das eindrucksvolle Comeback einer französischen Legende. Während moderne Sportwagen oft immer schwerer und komplexer werden, besetzt Alpine konsequent die Nische des extremen Leichtbaus. Mit einer Masse von nur rund 1.100 Kilogramm fordert sie etablierte Größen wie den Porsche Cayman heraus und setzt den Fokus kompromisslos auf Fahrspaß und Querdynamik.

Design & Verarbeitung

Das Exterieur der A110 ist eine gelungene Hommage an das Original aus den 60er-Jahren. Die flache Silhouette und die charakteristischen Doppelscheinwerfer prägen das Bild. Unter der Hülle steckt modernste Technik: Die Karosserie besteht fast vollständig aus Aluminium, was die Basis für das herausragende Leistungsgewicht bildet. Hochwertige Details wie optionale Fuchs-Schmiedefelgen oder ein Dach aus Sichtcarbon unterstreichen den funktionalen Premium-Anspruch.

Innenraum & Komfort

Im Cockpit erwartet den Fahrer eine puristische, aber dennoch alltagstaugliche Umgebung. Besonders hervorzuheben sind die optionalen Carbon-Schalensitze von Sabelt, die mit nur 13,1 Kilogramm Gewicht exzellenten Seitenhalt bieten und eine perfekt tiefe Sitzposition ermöglichen. Trotz des Fokus auf Performance bietet die Alpine einen respektablen Restkomfort für längere Strecken. Der größte Kompromiss liegt beim Stauraum: Mit insgesamt nur etwa 190 bis 196 Litern Volumen (verteilt auf Front und Heck) ist das Gepäckraumangebot sehr limitiert.

Infotainmentsystem

Das System ist funktional gestaltet und konzentriert sich auf die wesentlichen Fahrdaten. Über den zentralen Touchscreen lassen sich die verschiedenen Fahrmodi konfigurieren. Besonders im Track-Modus werden die Anzeigen auf sportliche Relevanz optimiert. Zwar ist die Multimedia-Ausstattung nicht das Herzstück des Wagens, doch sie deckt die grundlegenden Bedürfnisse moderner Konnektivität ab, ohne den Fahrer unnötig vom Geschehen auf der Straße abzulenken.

Antrieb & Fahrverhalten

Der 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbomotor leistet je nach Version zwischen 252 und 300 PS. Dank des Mittelmotorkonzepts und des geringen Gewichts fühlen sich diese Werte nach deutlich mehr Leistung an. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet blitzschnell und untermalt Gangwechsel mit emotionalen Zwischengassalven.

  • A110 (Basis): Sehr verspielt, neigt zu spürbaren Karosseriebewegungen.
  • A110 S: Tiefergelegt, strafferes Fahrwerk und deutlich mehr mechanischer Grip sowie Stabilität im Grenzbereich.

Verbrauch & Unterhalt

Ein großer Vorteil des Leichtbaus zeigt sich an der Tankstelle. Im Testbetrieb verbraucht die Alpine im Schnitt etwa 7,7 Liter Super auf 100 Kilometern. Bei zurückhaltender Fahrweise im Eco-Modus sind sogar Werte um die 6 Liter realisierbar. Auch bei sportlicher Gangart bleibt der Verbrauch meist im einstelligen Bereich. Die Fixkosten für Versicherung und Steuern liegen auf einem für Sportwagen üblichen Niveau.

Sicherheit & Assistenzsysteme

Die Alpine setzt auf ein fein abgestimmtes ESP mit einem speziellen Track-Modus, der kontrollierte Drifts zulässt, ohne die Sicherheit vollständig aufzugeben. Die Bremsanlage ist leistungsstark, wobei das ABS-System auf Bodenwellen oder bei extremen Hitzeperioden an seine Grenzen stoßen kann. Insgesamt liegt der Fokus eher auf mechanischem Grip und einer ehrlichen Rückmeldung durch die Lenkung als auf einer Vielzahl elektronischer Helfer.

Fazit

Die Alpine A110 (insbesondere als S-Modell) ist ein faszinierendes Nischenprodukt für Puristen. Sie beweist, dass Agilität nicht durch schiere PS-Gewalt, sondern durch konsequenten Leichtbau entsteht. Trotz kleinerer Schwächen bei der Ergonomie (Schaltwippen) und dem Laderaum bietet sie ein Fahrerlebnis, das heute kaum ein anderer Hersteller in dieser Preisklasse ermöglicht. Sie ist ein agiler Kurvenkünstler mit dem Charme eines echten Exoten.