Einleitung
Der Ferrari Roma ist eine Hommage an das unbeschwerte Lebensgefühl der 1950er und 60er Jahre in Rom. Als zweitüriges Coupé mit Front-Mittelmotor-Layout positioniert er sich als eleganter Grand Tourer unter den Supersportwagen. Mit seinem Fokus auf Ästhetik und Fahrbarkeit zielt er auf Kunden ab, die zwar die Leistung eines Ferraris suchen, aber ein dezenteres Auftreten bevorzugen. Trotz seiner vornehmen Zurückhaltung steckt unter der Haube modernste Technik aus Maranello. Er verkörpert die Nuova Dolce Vita und verbindet Tradition mit zeitgemäßer Performance auf höchstem Niveau. Dieses Modell schließt die Lücke zwischen dem eher komfortorientierten Portofino und den radikalen Mittelmotor-Sportwagen der Marke.
Design & Verarbeitung
Das Design des Roma bricht mit der aggressiven Formsprache vieler moderner Sportwagen und setzt stattdessen auf fließende, harmonische Linien. Die Frontpartie besticht durch den markanten, in Wagenfarbe lackierten Kühlergrill und schmale LED-Scheinwerfer, die dem Fahrzeug ein Gesicht geben. Am Heck finden sich vier schmale Rückleuchten und eine dezent integrierte, aktive Aerodynamik, die erst bei höheren Geschwindigkeiten für Abtrieb ausfährt. Die Verarbeitung im Exterieur ist exzellent und zeugt von höchster Handwerkskunst in jedem Spaltmaß. Im Innenraum werden feinste Materialien wie Leder, Alcantara und Aluminium verwendet, die perfekt eingepasst sind. Jedes Detail wirkt hochwertig und unterstreicht den luxuriösen Anspruch dieses edlen Granturismo. Ferrari hat hier ein Fahrzeug geschaffen, das auch in Jahrzehnten noch als Design-Meilenstein gelten wird.
Innenraum & Komfort
Das Cockpit ist als Dual-Cockpit konzipiert, das Fahrer und Beifahrer in zwei separate, umschließende Bereiche unterteilt. Die Sitze bieten hervorragenden Seitenhalt bei gleichzeitig hohem Langstreckenkomfort für ausgiebige Reisen über die Alpen. Während vorne großzügige Platzverhältnisse herrschen, sind die hinteren Notsitze des 2-Sitzers eher für zusätzliches Gepäck als für Personen geeignet. Der Kofferraum ist für einen Sportwagen dieser Klasse überraschend nutzbar, stößt aber bei großem Urlaubsgepäck schnell an seine Grenzen. Die Geräuschdämmung ist so abgestimmt, dass der charakteristische V8-Sound stets präsent bleibt, Windgeräusche aber effektiv draußen gehalten werden. Insgesamt bietet der Innenraum eine gelungene Mischung aus sportlicher Funktionalität und einem exklusiven Wohlfühlambiente. Man fühlt sich sofort in eine andere Welt versetzt, sobald man in die tiefen Ledersessel gleitet.
Infotainmentsystem
Ferrari setzt im Roma auf ein modernes, vertikal ausgerichtetes 8,4-Zoll-Zentraldisplay für die Steuerung der meisten Fahrzeugfunktionen und Medien. Das digitale Kombiinstrument hinter dem Lenkrad ist beeindruckende 16 Zoll groß und lässt sich individuell an die Wünsche des Fahrers anpassen. Leider erfolgt die Bedienung fast ausschließlich über Touch-Flächen am Lenkrad, was während der Fahrt oft ablenkt und teilweise unpräzise reagiert. Ein optionales Beifahrer-Display ermöglicht es dem Co-Piloten, Fahrdaten, Navigation und Medien direkt vor sich einzusehen. Die Einbindung von Apple CarPlay und Android Auto ist zwar möglich, wirkt aber im Vergleich zu reinen Luxuslimousinen manchmal etwas weniger nahtlos integriert. Trotz der modernen Optik erfordert die Menüführung durch die vielen Unterpunkte eine gewisse Eingewöhnungszeit seitens des Nutzers. Dennoch unterstreicht die digitale Ausrichtung den Anspruch, ein hochmodernes Fahrzeug für die Gegenwart zu sein.
Antrieb & Fahrverhalten
Herzstück des Roma ist der mehrfach preisgekrönte 3,9-Liter-V8-Biturbo, der stolze 620 PS an die Hinterräder liefert. Die Kraftübertragung übernimmt das blitzschnelle 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das ursprünglich für den SF90 Stradale entwickelt wurde. Der Roma sprintet in nur 3,4 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von deutlich über 320 km/h. Das Fahrverhalten ist dank der Side Slip Control 6.0 äußerst präzise und bleibt auch im Grenzbereich für geübte Fahrer gut beherrschbar. Über den Manettino-Schalter am Lenkrad lassen sich verschiedene Fahrmodi wählen, die den Charakter von komfortabel bis extrem rennstreckentauglich verändern. Trotz der enormen Leistung lässt sich der Wagen erstaunlich entspannt und kultiviert im dichten Stadtverkehr bewegen. Die Lenkung ist direkt und gibt dem Fahrer jederzeit eine klare Rückmeldung über die Beschaffenheit der Straße.
Verbrauch & Unterhalt
Ein Ferrari Roma ist in der Anschaffung und im täglichen Unterhalt eine kostspielige Angelegenheit, was bei dieser exklusiven Marke jedoch kaum überrascht. Der kombinierte Verbrauch liegt laut Werk bei etwa 11 Litern auf 100 Kilometern, in der Realität sollte man jedoch mit deutlich höheren Werten rechnen. Die Versicherungseinstufungen sind erwartungsgemäß im obersten Bereich angesiedelt, und auch die Wartungskosten folgen dem Premium-Preissegment. Positiv hervorzuheben ist das siebenjährige Wartungsprogramm von Ferrari, das die laufenden Servicekosten in den ersten Jahren deutlich abfedert. Dennoch bleibt der Roma ein Luxusgut, bei dem der Wertverlust und die Betriebskosten für die Käuferschicht meist eine untergeordnete Rolle spielen. Man kauft dieses Auto nicht aus Vernunft, sondern aus Leidenschaft für italienische Ingenieurskunst. Ersatzteile und Reparaturen erfordern spezialisierte Fachbetriebe, was die Standortwahl für den Service einschränken kann.
Sicherheit & Assistenzsysteme
Ferrari bietet für den Roma ein optionales ADAS-Paket an, das für einen Sportwagen dieser Leistungsklasse bemerkenswert umfangreich ausfällt. Dazu gehören ein adaptiver Tempomat, ein Notbremsassistent, eine Spurverlassenswarnung sowie eine praktische Verkehrszeichenerkennung. Auch eine 360-Grad-Kamera ist verfügbar, was das Rangieren mit der langen Motorhaube in engen Parkhäusern erheblich erleichtert. Die Bremsanlage mit serienmäßigen Carbon-Keramik-Scheiben bietet unter allen thermischen Bedingungen eine herausragende und standfeste Verzögerungsleistung. Die elektronischen Regelsysteme arbeiten im Hintergrund sehr feinfühlig, ohne das Fahrgefühl oder den Fahrspaß künstlich zu beschneiden. Damit bietet der Roma ein sehr hohes Sicherheitsniveau, das ihn von vielen puristischeren Konkurrenten abhebt. Er ist somit nicht nur schnell, sondern auch ein sehr sicheres Fahrzeug für schnelle Autobahnetappen.
Fazit
Der Ferrari Roma ist die perfekte Wahl für Enthusiasten, die Eleganz und Understatement über aggressive Optik stellen. Er vereint die brachiale Leistung eines echten Supersportwagens mit dem Komfort und dem Stil eines klassischen Grand Tourers für die Langstrecke. Trotz kleinerer Schwächen in der ergonomischen Touch-Bedienung überzeugt das Gesamtpaket durch eine enorme Emotionalität und technische Brillanz. Er ist weniger ein Fahrzeug für die Jagd nach Bestzeiten auf der Rennstrecke, sondern vielmehr der ideale Begleiter für stilvolle Reisen. Wer das nötige Kleingeld für Anschaffung und Unterhalt besitzt, erhält ein Fahrzeug, das wie kaum ein anderes den modernen italienischen Lebensstil verkörpert. Der Roma ist ein Kunstwerk auf Rädern, das sowohl optisch als auch fahrerisch auf ganzer Linie begeistert.