Einleitung

Der Aston Martin DBX markiert einen historischen Wendepunkt für die britische Nobelmarke und hat sich seit seinem Marktstart zum absoluten Bestseller entwickelt. Besonders die geschärften Versionen DBX707 und der neue DBX S zielen direkt auf die Spitze der Performance-SUVs ab, um Marken wie Lamborghini und Porsche herauszufordern. Während das SUV-Konzept anfangs bei Puristen umstritten war, beweist Aston Martin mit diesen Modellen, dass sich die markentypische Sportwagen-DNA erfolgreich in ein höheres Segment übertragen lässt. Der DBX ist somit weit mehr als nur ein praktisches Familienauto; er ist ein Statement für Luxus und bedingungslose Fahrperformance.

Design & Verarbeitung

Das Design des DBX ist geprägt von einer muskulösen Eleganz, die sofort als Aston Martin erkennbar ist. Die Front dominiert ein gewaltiger Kühlergrill, der bei den S-Modellen durch eine aggressive Wabenstruktur und optimierte Lufteinlässe noch markanter wirkt. Hochwertige Materialien wie Carbon an den Seitenschwellern und dem optionalen Dach sowie Magnesium-Räder beim DBX S unterstreichen den konsequenten Leichtbau-Ansatz. Die Verarbeitung im Werk in Gaydon ist auf höchstem Niveau, wobei jede Naht und jedes Detail von britischer Handwerkskunst zeugen. Das Heck schließt mit einem markanten Diffusor und vier mächtigen Endrohren ab, die akustisch und optisch Kraft signalisieren.

Innenraum & Komfort

Im Interieur erwartet die Insassen eine luxuriöse Symbiose aus edelsten Lederarten, Alcantara und polierten Oberflächen. Die Sportsitze bieten nicht nur exzellenten Seitenhalt für schnelle Kurvenfahrten, sondern sind auch auf langen Strecken im GT-Modus erstaunlich komfortabel gepostert. Das Cockpit vermittelt trotz der sportlichen Ausrichtung eine wohnliche Atmosphäre, wobei die Sitzposition angenehm tief ausfällt, um eine enge Bindung zum Fahrzeug zu ermöglichen. Die Neugestaltung der Mittelkonsole im DBX707 erlaubt zudem den direkten Zugriff auf wichtige Fahrmodi über physische Tasten. Dennoch bleibt der Nutzwert mit einem ordentlichen Kofferraumvolumen und ausreichend Platz im Fond im Alltag voll erhalten.

Infotainmentsystem

Das Infotainment gilt als die Achillesferse des ansonsten brillanten Briten, da Aston Martin hier auf ältere Technik des Partners Mercedes-Benz zurückgreift. Ohne moderne Touchscreen-Funktionalität erfolgt die Bedienung eher mühsam über ein Drehrad und Trackpad, was im Vergleich zur Konkurrenz spürbar veraltet wirkt. Die Grafiken der Navigation und die Menüführung können mit dem hohen Standard von Cayenne oder Urus nicht mithalten. Wer jedoch Wert auf High-End-Audio legt, wird durch das optionale Bowers & Wilkins Soundsystem mit 23 Lautsprechern entschädigt. Ein Head-up-Display fehlte zudem in den frühen Spitzenmodellen, was in dieser Preisklasse eine ungewöhnliche Lücke darstellt.

Antrieb & Fahrverhalten

Herzstück ist der von AMG stammende und von Aston Martin verfeinerte 4,0-Liter-V8-Biturbo, der im S-Modell bis zu 727 PS mobilisiert. Die Kraftentfaltung ist spektakulär und schießt den 2,3-Tonner in nur 3,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, begleitet von einem orchestralen V8-Sound. Dank der überarbeiteten Neunstufen-Wandlerautomatik und der ausgeklügelten Allrad-Choreografie fühlt sich der DBX deutlich leichtfüßiger an, als sein Gewicht vermuten lässt. Die aktive Wankstabilisierung und die präzise Lenkung sorgen dafür, dass das SUV auf Rennstrecken wie dem Lausitzring sogar spezialisierte Sportwagen bügeln kann. Das Fahrzeug vermittelt eine außergewöhnliche Rückmeldung und bleibt selbst im Grenzbereich hervorragend kontrollierbar.

Verbrauch & Unterhalt

Die immense Leistung des DBX fordert ihren Tribut beim Blick auf die Zapfsäule, wo der Normverbrauch von 14,2 Litern in der Realität oft überschritten wird. Wer das Potenzial des V8-Biturbo ausschöpft, muss mit Werten jenseits der 20-Liter-Marke rechnen, was die Reichweite trotz des 85-Liter-Tanks drastisch einschränkt. Auch die laufenden Kosten für Wartung, Versicherung und Verschleißteile wie die Carbon-Keramik-Bremsen liegen auf einem für Luxusmarken typisch hohen Niveau. Der Grundpreis von rund 258.000 Euro ist eine Ansage, die durch exklusive Optionen schnell weiter in die Höhe getrieben werden kann. Für Käufer in diesem Segment ist die Effizienz jedoch meist zweitrangig gegenüber dem emotionalen Erlebnis.

Sicherheit & Assistenzsysteme

In puncto Sicherheit lässt Aston Martin nichts anbrennen und rüstet den DBX mit modernsten Carbon-Keramik-Bremsanlagen aus, die enorme Verzögerungswerte garantieren. Das Fahrwerk und die Karosserie sind durch zusätzliche Verstrebungen für maximale Stabilität optimiert worden, was auch der passiven Sicherheit zugutekommt. Die Assistenzsysteme decken alle gängigen Standards ab, wirken jedoch aufgrund der älteren Systemarchitektur manchmal etwas weniger feinfühlig als bei deutschen Premium-Herstellern. Dennoch sorgen adaptive Dämpfer und elektronische Hinterachs-Sperrdifferenziale dafür, dass die enorme Kraft jederzeit sicher auf die Straße gebracht wird. Der DBX bleibt somit auch bei hohen Geschwindigkeiten bis hin zu 310 km/h ein sicher beherrschbares Fahrzeug.

Fazit

Der Aston Martin DBX ist derzeit das Maß der Dinge für Enthusiasten, die keine Kompromisse zwischen SUV-Nutzen und Supersportwagen-Performance eingehen wollen. Er besticht durch seinen charismatischen V8, ein Fahrwerk, das physikalische Grenzen neu auslotet, und eine Verarbeitungsqualität, die britischen Luxus perfekt verkörpert. Zwar trüben die veraltete Infotainment-Einheit und der extreme Durst das Gesamtbild für rationale Betrachter leicht ein, doch diese rücken angesichts der emotionalen Wucht des Fahrerlebnisses schnell in den Hintergrund. Wer ein exklusives Statussymbol sucht, das fahrdynamisch die Konkurrenz von Ferrari bis Lamborghini in Schach hält, kommt am DBX S kaum vorbei.