Das Traumauto steht bereit, der Weihnachtsbaum ist geschmückt – doch das Kennzeichen fehlt. Wer seinen Neuwagen noch in diesem Jahr auf die Straße bringen will, muss jetzt schnell sein. Ein Blick auf die Öffnungszeiten deutscher Ämter zeigt: Die „staade Zeit“ beginnt in den Behörden oft früher als gedacht. Doch es gibt digitale Hintertüren für alle, die zu spät dran sind.

Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel, und doch trifft es Tausende Autofahrer unvorbereitet: Das sogenannte „Beamten-Mikado“ zum Jahresende. Während Autohäuser oft bis zur letzten Minute vor Heiligabend Auslieferungen planen, verabschieden sich viele Kfz-Zulassungsstellen traditionell frühzeitig in die Winterpause. Wer jetzt nicht handelt, riskiert, dass der neue Wagen bis Januar in der Garage verstauben muss.

Der Behörden-Shutdown droht

Die Warnung ist ernst zu nehmen: Zahlreiche Kommunen fahren ihren Betrieb zwischen den Jahren fast vollständig herunter. Besonders in diesem Jahr, wo die Feiertage arbeitnehmerfreundlich liegen, nutzen viele Verwaltungen Brückentage, um gleich für zwei Wochen zu schließen. Das Ergebnis sind nicht nur verschlossene Türen, sondern oft schon jetzt völlig ausgebuchte Terminkalender für die verbleibenden Öffnungstage im Dezember.

Der Zulassungsdienstleister Kroschke hat die Daten analysiert und warnt vor regionalen Flickenteppichen. Während in manchen Großstädten Notdienste eingerichtet werden, bleiben Landratsämter in ländlichen Regionen oft vom 23. Dezember bis zur ersten Januarwoche komplett dicht. Eine zentrale Übersicht der Schließzeiten, wie sie der Dienstleister aktuell bereitstellt, wird damit zum wichtigsten Planungsinstrument für Autokäufer.

Geheimwaffe i-Kfz: Wenn das Amt zu hat, ist das Internet noch auf

Doch was tun, wenn der letzte Termin vergeben ist? Die gute Nachricht: Die Digitalisierung der Verwaltung ist keine bloße Zukunftsmusik mehr. Mit „i-Kfz Stufe 4“ können Fahrzeuge theoretisch rund um die Uhr, also auch an Heiligabend oder Silvester, zugelassen werden. Der große Vorteil: Sie können sofort losfahren. Der vorläufige Zulassungsnachweis darf als PDF ausgedruckt hinter die Windschutzscheibe gelegt werden, bis die Plaketten per Post kommen.

Die schlechte Nachricht: Das System hat Hürden. Sie benötigen zwingend:

  • Einen neuen Personalausweis mit aktivierter eID-Funktion.
  • Ein Smartphone mit AusweisApp oder ein Kartenlesegerät.
  • Die Sicherheitscodes auf Zulassungsbescheinigung Teil I und II (diese müssen freigerubbelt werden).

Scheitert die digitale Identifizierung oder streikt der Server des Kraftfahrt-Bundesamtes – was in der Vergangenheit durchaus vorkam – stehen Sie ohne Zulassung da. Zudem bieten noch immer nicht alle Kommunen den vollen Funktionsumfang störungsfrei an.

Warum überhaupt noch 2025 zulassen?

Oft wird geraten, die Erstzulassung ins neue Jahr zu schieben, um im Fahrzeugschein ein „frischeres“ Baujahr für den Wiederverkauf zu haben. Doch es gibt gute Gründe für den Endspurt:

  • Versicherungs-Jahre: Wer noch im Dezember zulässt, sichert sich bei vielen Versicherern bereits die Anrechnung des Kalenderjahres für die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse). Ein Start im Januar bedeutet oft, dass man ein ganzes Jahr länger auf die nächste Rabattstufe warten muss.
  • Steuerliche Fristen: Für Dienstwagenfahrer oder Unternehmen können steuerliche Aspekte eine Rolle spielen, um Anschaffungskosten noch im laufenden Wirtschaftsjahr geltend zu machen.

Der Notfallplan für Spätentschlossene

Wer weder einen Termin beim Amt ergattert hat noch über die nötige Technik für i-Kfz verfügt, dem bleibt oft nur der Gang zum professionellen Zulassungsdienst. Diese Dienstleister haben häufig gesonderte Abgabe-Slots bei den Behörden oder nutzen Schnittstellen, die Privatpersonen verwehrt bleiben. Doch auch hier gilt: Die Annahmeschlusszeiten für 2025 rücken unerbittlich näher. Wer sichergehen will, dass das Auto unterm Weihnachtsbaum nicht nur glänzt, sondern auch fährt, sollte diese Woche aktiv werden.