Vergessen Sie den klassischen Facelift-Zyklus von vier Jahren. Xiaomi zeigt der alten Autowelt gerade, was „China Speed“ wirklich bedeutet. Nur zwei Jahre nach dem Debüt wird der SU7 so massiv überarbeitet, dass man fast von einem neuen Auto sprechen muss. Die Deutschen Premium-Hersteller sollten sich warm anziehen.
Wer dachte, Xiaomi würde sich auf dem Erfolg seiner ersten Elektro-Limousine ausruhen, hat die Rechnung ohne den chinesischen Tech-Giganten gemacht. Während man in Wolfsburg oder Stuttgart oft Jahre für Modellpflegen braucht, zündet Xiaomi beim SU7 für das Modelljahr 2026 die nächste Stufe. Und die hat es in sich: Neue Motoren, fast 1.000 Volt Spannung und eine Reichweite, die selbst Diesel-Fahrer nervös macht.
Reichweiten-Hammer: Über 900 Kilometer
Das wichtigste Update steckt tief im Fahrzeugboden. Xiaomi hebt die Spannungsebene massiv an. Selbst das Basismodell und die Pro-Version operieren nun auf einem 752-Volt-System, was die Ladezeiten drastisch verkürzt. Die Top-Version „Max“ kratzt sogar an der 900-Volt-Marke. Das Ergebnis? In nur 15 Minuten sollen bis zu 670 Kilometer Reichweite nachgeladen werden.
Noch beeindruckender sind die absoluten Zahlen im chinesischen CLTC-Zyklus: Das Pro-Modell durchbricht die magische Schallmauer und bietet nun bis zu 902 Kilometer Reichweite. Selbst wenn man für europäische Verhältnisse und Autobahn-Tempo einiges abzieht, bleibt ein Wert, der die meisten Konkurrenten blass aussehen lässt.
Mehr Power für alle: Der neue V6S Plus
Auch beim Antrieb legt der Smartphone-Riese nach. Die alten Aggregate fliegen raus, Platz macht der neue „V6S Plus“-Elektromotor. Die Leistung klettert dadurch bei allen Modellen nach oben. Schon der Einstieg bietet nun satte 320 PS, während das Max-Modell mit fast 700 PS in Regionen vorstößt, die bisher Supercars vorbehalten waren.
„Das ist kein einfaches Facelift. Das ist eine Kampfansage an alles, was vier Räder hat.“
Das 1.500-PS-Monster: SU7 Ultra
Wem die knapp 700 PS der Zivilversion nicht reichen, für den hat Xiaomi den SU7 Ultra nun final von der Leine gelassen. Mit drei Motoren, über 1.500 PS und einer Beschleunigung von null auf hundert in unter zwei Sekunden zielt dieses Geschoss direkt auf den Porsche Taycan Turbo GT. Mit Carbon-Keramik-Bremsen und einer Nürburgring-Abstimmung zeigt Xiaomi, dass man nicht nur Software, sondern auch echte Performance kann.
Sicherheit und Tech-Upgrades
Kritikpunkte der ersten Serie wurden konsequent ausgemerzt. Die Anzahl der Airbags steigt auf neun, und die Karosserie wurde mit ultra-festem Stahl weiter versteift. Ein Detail, das zeigt, wie schnell Xiaomi lernt: Es gibt nun eine redundante Stromversorgung für die Türschlösser – ein Sicherheitsfeature, das nach ersten Kundenfeedbacks sofort umgesetzt wurde.
Zudem ist der teure LiDAR-Sensor nun nicht mehr nur den Top-Modellen vorbehalten, sondern Serie in allen Varianten. Das bedeutet: Hochmoderne Assistenzsysteme und autonomes Fahren auf Level-2+-Niveau für den Massenmarkt. Im Innenraum gibt es feinere Materialien, neue Farben wie „Dark Black“ und überarbeitete Displays.
Fazit: Ein Weckruf für Europa
Die Geschwindigkeit, mit der Xiaomi sein Erstlingswerk optimiert, ist beängstigend. Während hierzulande über Spaltmaße diskutiert wird, liefert Xiaomi technische Sprünge, für die andere eine ganze Fahrzeuggeneration brauchen. Wenn der SU7 – wie geplant – 2027 nach Europa kommt, könnte er den Markt ähnlich aufmischen wie einst die Smartphones des Konzerns.