Die futuristischen Raumschiff-Designs und rutschigen Touch-Slider der ersten Elektro-Generation haben viele Stammkunden zur Verzweiflung getrieben. Nun zieht der Wolfsburger Autokonzern endgültig die Notbremse: Die Bedienung wird radikal vereinfacht, echte Tasten feiern ihr großes Comeback und auch optisch rücken die neuen Stromer wieder näher an die klassischen Verbrenner heran. Es ist ein beispielloser Kurswechsel, um die Herzen der Käufer zurückzugewinnen.

Jahrelang galt bei vielen Herstellern die ungeschriebene Regel, dass Elektroautos unbedingt wie Fahrzeuge aus einem Science-Fiction-Film aussehen müssen. Auch in Niedersachsen sprang man auf diesen Zug auf. Kurze Motorhauben, extrem flache Frontscheiben und krampfhaft modernistische Innenräume sollten die Zukunft einläuten. Doch im Alltag zeigten sich schnell die Schattenseiten: Bei direkter Sonneneinstrahlung heizten sich die Kabinen durch die riesigen Glasflächen stark auf, was die Klimaanlage an die Belastungsgrenze brachte und wertvolle Energie kostete.

Schluss mit dem Slider-Chaos

Noch heftiger fiel jedoch das Urteil der Fahrer über das Innenraumkonzept aus. Die unbeleuchteten Temperatur-Slider und die oft unverständlichen Touch-Flächen am Lenkrad sorgten für reichlich Kritik. Genau hier setzt die neue Philosophie an. Die Führungsriege hat mittlerweile unumwunden eingeräumt, dass man mit den frühen Elektro-Modellen den eigentlichen Markenkern aus den Augen verloren hatte.

Die Konsequenzen für kommende Modelle sind weitreichend:

  • Echte Tasten und Regler kehren auf das Lenkrad und in die Mittelkonsole zurück.
  • Intuitive Bedienung hat wieder Vorrang vor übertriebenem Minimalismus.
  • Eine einheitliche Haptik bei allen Materialien soll das vertraute Wohlfühl-Gefühl vermitteln.
  • Klassische Modellnamen wie Polo oder Golf sollen langfristig auch im Elektro-Zeitalter weiterleben.

Auf dem Weg zur sympathischen Marke

Während andere Marken im Konzern eher auf extreme Sportlichkeit oder aggressives Design setzen, will man künftig vor allem durch Sympathie und Alltagstauglichkeit punkten. Die Fahrzeuge sollen nicht mehr nur technikbegeisterte Pioniere ansprechen, sondern den Mainstream erobern. Wer Autos für die breite Masse baut, muss sicherstellen, dass sie sofort verstanden werden und jedem gefallen.

"Die Devise ist klar: Wir wollen wieder echte Autos bauen, die den Geist der Marke tragen und im Alltag ohne Bedienfrust einfach funktionieren."

Dieser Wandel wird bereits bei den kommenden Modellen im Einstiegsbereich sichtbar. Statt auf ein kühles Technik-Image zu setzen, treten die neuen Stromer optisch wieder wie klassische Volkswagen auf. Ob dieser radikale Schritt zurück zu den eigenen Wurzeln ausreicht, um die starke Konkurrenz dauerhaft auf Distanz zu halten, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Die Weichen in Richtung Kundenfreundlichkeit sind jedenfalls klar gestellt.