Volkswagen zieht in den USA den Stecker für ein Feature, das einst als Inbegriff sportlichen Fahrens galt. Nach dem Modelljahr 2026 verschwindet das Schaltgetriebe nun komplett aus dem amerikanischen VW-Angebot. Für Auto-Fans ist es ein bitterer Abschied von einer echten Tradition.

Zuletzt hielt nur noch ein einziges Modell tapfer die Stellung: Der sportliche Jetta GLI. Doch mit dem neuen Bestellleitfaden für das Modelljahr 2027 ist auch bei der kompakten Limousine endgültig Schluss. Fortan müssen US-Käufer mit dem automatisierten 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe Vorlieb nehmen. Die Zeiten, in denen man bei einem Neuwagen der Marke in den Staaten selbst durch die Gänge rühren durfte, gehören damit der Vergangenheit an.

Das Ende einer Ära für Auto-Enthusiasten

Die Entscheidung kommt nicht völlig überraschend, tut den puristischen Fans aber dennoch weh. Bereits in der jüngeren Vergangenheit hatte der Konzern die beliebte Handschalter-Option bei den sportlichen Kompaktmodellen in den USA gestrichen. Pikant daran: Im Gegensatz zu Europa waren manuelle Getriebe bei US-amerikanischen Käufern sportlicher Fahrzeuge zuletzt extrem begehrt. In den finalen Produktionsjahren lag die Quote für Handschalter bei diesen Varianten in Nordamerika zeitweise bei knapp 50 Prozent.

Trotz dieser lokalen Begeisterung zog das Unternehmen nun die endgültige Reißleine. Ein Sprecher wandte sich mit emotionalen Worten an die amerikanische Kundschaft:

"Als Fahrer und Auto-Enthusiasten schätzen wir Handschalter ebenfalls! [...] Dennoch ist die weltweite Nachfrage weiter so stark zurückgegangen, dass der Markt das Angebot nicht mehr tragen kann. So schmerzhaft es ist: Diese Realität bedeutet, einige schwierige Entscheidungen treffen zu müssen."

Warum der Handschalter ausstirbt

Nicht nur bei diesem Hersteller, sondern in der gesamten Branche ist das Kupplungspedal auf dem Rückzug. Dafür gibt es mehrere zentrale Gründe:

  • Wirtschaftlichkeit: Für eine einzige, relativ kleine Region eine eigene Getriebevariante am Leben zu erhalten, rechnet sich bei den enormen Produktions- und Entwicklungskosten schlichtweg nicht mehr.
  • Abgasvorschriften: Moderne Automatikgetriebe arbeiten effizienter und helfen den Herstellern massiv dabei, strenge weltweite CO2-Ziele zu erreichen.
  • Assistenzsysteme: Viele moderne Fahrhilfen, wie etwa der adaptive Tempomat mit Stop-and-Go-Funktion im Stau, entfalten nur ohne Kupplungspedal ihr volles Potenzial.

Das Aus bei den Wolfsburgern ist nur ein weiteres Symptom eines unaufhaltsamen Trends. Für das Modelljahr 2026 gibt es auf dem gesamten US-Markt markenübergreifend nur noch etwas mehr als 25 Pkw-Modelle, die überhaupt mit einem manuellen Getriebe bestellt werden können. Wer künftig selbst schalten will, muss wohl auf den Gebrauchtwagenmarkt ausweichen.