Der 14-Marken-Konzern Stellantis macht ernst im Kampf um die Vorherrschaft bei günstigen Elektroautos. Mitten in einer Phase, in der die Verkäufe von Stromern vielerorts stottern, verspricht das frisch angekündigte „E-Car Projekt“ Abhilfe für den schmalen Geldbeutel. Das „E“ im Namen steht dabei gleich für vier Kernwerte: europäisch, emotional, elektrisch und umweltfreundlich. Ziel ist es, E-Autos endlich wieder für die breite Masse zugänglich zu machen.

Renaissance der europäischen Kleinwagen

Produziert werden die kompakten Hoffnungsträger ab dem Jahr 2028. Den Zuschlag für die Fertigung hat das traditionsreiche Werk in Pomigliano d'Arco in der Nähe von Neapel erhalten. Das ist kein Zufall: Die italienische Produktionsstätte ist historisch berühmt für erschwingliche Bestseller wie den Fiat Panda. Genau an diesen Kult-Status sollen die neuen Elektro-Flitzer anknüpfen.

Besonders spannend für den deutschen Markt: Mit einer Länge von maximal 4,20 Metern sollen die Fahrzeuge perfekt auf den urbanen Alltag zugeschnitten sein. Parkplatzsuche in großen Städten könnte damit deutlich stressfreier werden.

So soll der Preissturz gelingen

Doch wie will man Fahrzeuge bauen, die angeblich die klaffende Lücke von Neuwagen unter 15.000 Euro schließen könnten? Der Konzern setzt hier auf einen klaren Strategiewechsel:

  • Clevere Partnerschaften: Die neuen E-Cars werden mit Technologien ausgestattet, die gemeinsam mit ausgewählten Partnern entwickelt werden. Das drückt die Kosten und beschleunigt die Markteinführung drastisch.
  • Made in Europe: Die Fahrzeuge werden gezielt in Europa für europäische Kunden gebaut. Damit positioniert sich der Konzern geschickt, um künftig von geplanten EU-Vorschriften und Subventionen für lokal gefertigte E-Kleinwagen zu profitieren.
  • Skaleneffekte: Durch die gemeinsame Nutzung der Technik über mehrere Marken hinweg lassen sich die Produktionskosten massiv senken.

„Das E-Car passt perfekt zum Erfolg im Kleinwagen-Segment, der tief in unserer europäischen Stellantis-DNA verwurzelt ist. Unsere Kunden wünschen sich eine Renaissance kleiner, stilvoller Fahrzeuge, die mit Stolz in Europa produziert werden und die zudem erschwinglich und umweltfreundlich sind.“

Ein Weckruf für die Konkurrenz

Mit dem Startschuss für 2028 erhöht das Unternehmen den Druck auf heimische Konkurrenten wie Volkswagen, die mit künftigen Modellen in exakt dasselbe Segment zielen. Gleichzeitig ist es ein starkes Signal an die aufstrebenden Hersteller aus China, dass man den europäischen Heimatmarkt nicht kampflos aufgeben wird. Ob das bahnbrechende Projekt am Ende wirklich hält, was es verspricht, wird sich spätestens beim Serienstart in zwei Jahren zeigen.