Zum zweiten Adventswochenende vom 5. bis 7. Dezember 2025 warnt der ADAC vor vollen Straßen, überlasteten Innenstädten rund um die Weihnachtsmärkte und zusätzlichem Stress durch winterliche Straßenverhältnisse – wer clever plant, kann Staus und Bußgeldern aber weitgehend aus dem Weg gehen.

Zweites Adventswochenende wird zur Geduldsprobe

Der vorweihnachtliche Verkehr kommt jetzt richtig in Fahrt: Einkaufsfahrten, Ausflüge auf die Weihnachtsmärkte und erste Wochenendtrips sorgen bundesweit für deutlich mehr Verkehr als an den vergangenen Novemberwochenenden. Der ADAC rechnet für den Zeitraum von Freitag, 5. Dezember, bis Sonntag, 7. Dezember 2025 mit spürbar steigender Staugefahr – vor allem zu bestimmten Kernzeiten.

Die größten Chancen, im Stop-and-go zu landen, haben Autofahrer am Freitag zwischen 13 und 18 Uhr. Dann mischen sich Berufsverkehr, Wochenendpendler und frühe Weihnachtsmarktbesucher. Am Samstag verschärft sich die Lage bereits ab dem frühen Morgen: Zwischen 8 und 17 Uhr ist auf vielen Strecken mit dichten Kolonnen und zähfließendem Verkehr zu rechnen. Am Sonntag verlagert sich der Schwerpunkt leicht – hier gelten der späte Vormittag und der Nachmittag zwischen 10 und 17 Uhr als besonders staugefährdet.

Noch ist es zwar nicht der große Weihnachtsreiseverkehr rund um die Feiertage, aber die Mischung aus Shopping-, Ausflugs- und Pendelverkehr macht das zweite Adventswochenende zu einer echten Geduldsprobe – vor allem für Autofahrer, die zu den typischen Hauptzeiten unterwegs sind.

Innenstädte im Weihnachtsmodus: Weihnachtsmärkte verstopfen die City

Besonders eng wird es in und rund um die Innenstädte. Geöffnete Weihnachtsmärkte, verkaufsoffene Aktionen und volle Parkhäuser sorgen vielerorts für Rückstaus bis auf die Ein- und Ausfallstraßen. Laut ADAC ist der innerstädtische Verkehr an diesem Wochenende der entscheidende Belastungsfaktor.

Wer dennoch einen Besuch in den großen Städten plant, sollte sein Auto – wenn möglich – frühzeitig am Stadtrand abstellen und auf Bus und Bahn umsteigen. Park-&-Ride-Anlagen bieten sich hier als Stressbremse an: keine lange Parkplatzsuche, kein teurer City-Parktarif und deutlich geringeres Risiko, im Rückstau der Weihnachtsmarktbesucher zu landen.

Ein weiterer Tipp: Wer flexibel ist, legt die Fahrt auf die frühen Morgenstunden oder den späten Abend. Viele Weihnachtsmärkte öffnen vormittags, besonders voll wird es aber meist erst ab dem späten Nachmittag und am frühen Abend – genau dann, wenn auch der überregionale Verkehr zunimmt.

Stau-Hotspots auf den Autobahnen: Diese Strecken sollten Sie meiden

Neben dem innerstädtischen Verkehr nennt der ADAC eine ganze Reihe von Autobahnabschnitten, auf denen die Staugefahr überdurchschnittlich hoch ist. Sie gehören schon an normalen Wochenenden zu den Problemzonen – am zweiten Advent ist mit noch mehr Verkehr zu rechnen.

Besonders betroffen sind unter anderem diese Autobahnen:

  • A1 Köln – Lübeck: Wichtige Nord-Süd-Achse mit starkem Pendler- und Reiseverkehr.
  • A2 Oberhausen – Hannover: Eine der zentralen Ost-West-Verbindungen im Ruhrgebiet und weiter Richtung Berlin.
  • A3 Linz – Oberhausen: Langstreckenroute am Rhein entlang, beliebt bei Wochenendpendlern.
  • A4 Aachen – Görlitz: Querverbindung vom Westen bis an die polnische Grenze mit hohem Transitanteil.
  • A5 Heidelberg – Kassel und A7 Würzburg – Fulda: Klassische Nord-Süd-Achsen mit viel Fernverkehr.
  • A6 Nürnberg – Heilbronn sowie A8 Salzburg – Karlsruhe: Staugefährdet durch dichten Fern- und Ausflugsverkehr, insbesondere in Richtung Alpen.
  • A10 Berliner Ring – Dreieck Potsdam und A12 Frankfurt (Oder) – Berlin: Pendler-, Einkaufs- und Transitströme treffen aufeinander.
  • A81 Singen – Stuttgart: Wichtig für den Verkehr aus der Schweiz und vom Bodensee in Richtung Stuttgart.

Auch im benachbarten Ausland bleibt es angespannt: In Österreich sorgen anhaltende Bauarbeiten auf der Tauernautobahn (A10), der Inntalautobahn (A12) und der Brennerautobahn (A13) zwischen Innsbruck und Brenner für Verzögerungen. Wer über die Alpen in den Skiurlaub startet oder einen Shoppingtrip ins Nachbarland plant, sollte dafür deutlich mehr Fahrzeit einkalkulieren.

Zudem können bei der Einreise nach Deutschland Grenzkontrollen zu zusätzlichen Wartezeiten führen – je nach Verkehrslage und Kontrollintensität von wenigen Minuten bis hin zu längeren Staus vor den Übergängen.

Winterreifen-Pflicht verschärft: Was jetzt gilt – und was es kostet

Besondere Brisanz bekommt das zweite Adventswochenende durch die Witterung: Bei Schneefall, Schneematsch oder Glatteis herrscht in Deutschland die sogenannte situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet: Sobald winterliche Straßenverhältnisse vorliegen, darf nur noch mit geeigneter Winter- oder Ganzjahresbereifung gefahren werden.

Seit den jüngsten Regeländerungen sind praktisch nur noch Reifen mit dem sogenannten Alpine-Symbol – einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke – als wintertauglich anerkannt. Ältere Pneus, die nur die M+S-Kennzeichnung tragen, gelten inzwischen nicht mehr als ausreichende Winterbereifung. Auch Ganzjahresreifen müssen das Alpine-Symbol tragen, um als zulässig zu gelten.

Wer sich nicht daran hält und bei glatter oder verschneiter Fahrbahn ohne passende Winterreifen unterwegs ist, riskiert nicht nur ein erhöhtes Unfallrisiko, sondern auch Bußgelder und Punkte in Flensburg. Bereits ein einfacher Verstoß kann mindestens 60 Euro und einen Punkt kosten; wer andere behindert oder gefährdet, muss mit deutlich höheren Summen rechnen.

Hinzu kommt: Bei einem Unfall mit ungeeigneter Bereifung können Versicherer Leistungen kürzen oder Regress fordern. Auch im Ausland gelten teils deutlich strengere Vorschriften – in manchen Alpenländern drohen bei Missachtung der Winterreifenpflicht Strafen im vierstelligen Bereich. Wer also über Österreich oder andere Nachbarländer fährt, sollte sich vorab über die dortigen Regeln informieren.

So kommen Sie trotz Staugefahr entspannt ans Ziel

Autofahrer sind den Staus am zweiten Adventswochenende nicht hilflos ausgeliefert. Wer etwas Planung investiert, kann die schlimmsten Engpässe umgehen und deutlich entspannter unterwegs sein.

  • Stoßzeiten meiden: Wenn möglich, Fahrten außerhalb der Hauptzeiten legen – etwa am Freitagvormittag statt am Nachmittag oder am späten Samstagabend statt zur Mittagszeit.
  • Innenstädte umfahren: Für Weihnachtsmarkt- oder Shopping-Besuche frühzeitig auf Park-&-Ride-Anlagen ausweichen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum fahren.
  • Baustellen und Problemstrecken checken: Vor der Abfahrt einen aktuellen Blick in Verkehrs-Apps oder Navigationssysteme werfen und Alternativrouten einplanen.
  • Genug Zeitpuffer einrechnen: Wer Termine knapp plant, setzt sich zusätzlich unter Druck. Ein großzügiger Zeitpuffer nimmt die Hektik aus der Fahrt – besonders wichtig bei möglichen Grenzkontrollen.
  • Fahrzeug winterfit machen: Winter- oder Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol, ausreichende Profiltiefe, Frostschutz in der Scheibenwäsche, Eiskratzer und Besen im Auto – so sind Sie auf plötzlichen Schneefall vorbereitet.
  • Notfallausrüstung an Bord: Decke, warme Kleidung, Snacks und Getränke helfen, längere Staus bei Kälte besser zu überstehen, vor allem mit Kindern im Auto.
  • Defensive Fahrweise: Bei Nässe, Schnee oder Eis Abstand vergrößern, Tempo reduzieren und auf hektische Spurwechsel verzichten – das senkt Unfallrisiken und verhindert zusätzliche Staus.

Wer diese Punkte beachtet, die ADAC-Stauprognose im Blick behält und seine Route flexibel anpasst, hat gute Chancen, das zweite Adventswochenende trotz dichter Straßen und winterlicher Bedingungen vergleichsweise entspannt hinter sich zu bringen – und kommt sicherer, ruhiger und oft auch schneller ans Ziel.