Jedes Jahr rücken die gelben Helfer auf deutschen Straßen millionenfach aus, um gestrandeten Autofahrern aus der Patsche zu helfen. Im vergangenen Jahr zählten die Einsatzkräfte knapp 3,7 Millionen Einsätze. Eine aktuelle und umfassende Auswertung von weit über 150 verschiedenen Fahrzeugmodellen zeigt nun unmissverständlich: Wer rein elektrisch unterwegs ist, steht weitaus seltener unfreiwillig auf dem Seitenstreifen.

Die nackten Zahlen sprechen Bände

Die sogenannte Pannenkennziffer liefert den unwiderlegbaren Beweis. Sie gibt an, wie viele von 1.000 Fahrzeugen eines bestimmten Baujahrs im Laufe eines Jahres liegen bleiben. Bei vier Jahre alten Elektroautos liegt dieser Wert bei hervorragenden 6,5. Vergleicht man dies mit gleichaltrigen Benzinern oder Dieseln, verdoppelt sich die Ausfallquote nahezu auf 12,5. Dieses Muster ist keine Ausnahme, sondern zieht sich laut den Statistiken über alle relevanten Altersklassen hinweg.

Weniger Technik, weniger Probleme

Warum aber sind Stromer im Alltag derart im Vorteil? Die Antwort liegt in der simplen und wartungsarmen Architektur der Fahrzeuge:

  • Kaum Verschleißteile: Es gibt keine Zündkerzen, keine Zahnriemen und keine anfälligen Abgasrückführungen.
  • Kein Kraftstoffsystem: Defekte Kraftstoffpumpen, undichte Leitungen oder verstopfte Filter, die bei Verbrennern oft zum totalen Stillstand führen, existieren schlichtweg nicht.
  • Robuster Antriebsstrang: Elektromotoren arbeiten mit extrem wenigen beweglichen Bauteilen und sind thermisch weit weniger belastet als Motoren, in denen Tausende Explosionen pro Minute stattfinden.

Der heimliche Übeltäter bleibt ein alter Bekannter

Ganz fehlerfrei sind aber auch die modernen Hightech-Stromer nicht. Wenn ein Elektroauto tatsächlich einmal den Dienst verweigert, liegt es ironischerweise äußerst selten an der teuren Hochvoltbatterie oder dem Elektromotor. Schuld ist oft ein Bauteil, das man eher in der automobilen Steinzeit verorten würde.

"Egal ob zukunftsweisender Stromer oder in die Jahre gekommener Diesel: Fast die Hälfte aller Liegenbleiber scheitert letztlich an einem denkbar simplen Bauteil – der klassischen 12-Volt-Starterbatterie."

Bei E-Autos sorgt eben diese kleine Batterie dafür, dass die komplexen Bordsysteme überhaupt erst hochgefahren werden können. Ist sie entladen oder defekt, lässt sich oft nicht einmal mehr die Fahrertür öffnen oder das Ladekabel entriegeln. Trotz dieser kleinen Schwäche zeigt die Jahresbilanz deutlich: Die Elektromobilität ist der experimentellen Phase längst entwachsen und schlägt den Verbrennungsmotor in einer seiner wichtigsten Disziplinen – der bedingungslosen Zuverlässigkeit im Alltag.