Die Produktion des legendären Nissan GT-R R35 ist nach fast zwei Jahrzehnten ausgelaufen, und die Autowelt fragte sich lange: Wie geht es weiter mit "Godzilla"? Nun gibt es Gewissheit aus der japanischen Chefetage: Der Nachfolger mit dem Codenamen R36 befindet sich in der Entwicklung – und er wird den aktuellen Trend zur reinen Elektromobilität vorerst ignorieren. Stattdessen setzt der japanische Autobauer auf brachiale Hybrid-Power.

Ein reiner Batterieantrieb wurde für das kommende Modell kategorisch ausgeschlossen. Der Grund dafür liegt in der DNA des Fahrzeugs: Ein GT-R steht für kompromisslose Rennstrecken-Performance, geringes Gewicht und ein emotionales Fahrerlebnis. Aktuelle Lithium-Ionen-Batterien sind laut Entwicklern schlichtweg zu schwer, um ein Fahrzeug hervorzubringen, das diesen puristischen Anforderungen gerecht wird.

Die Rettung durch den Hybridantrieb

Ganz ohne Elektrifizierung kommt jedoch auch eine automobile Ikone heute nicht mehr aus. Die immer strengeren globalen Abgasnormen machen einen reinen Verbrennungsmotor für ein Weltauto praktisch unmöglich. Die Lösung der Ingenieure ist ein hochmoderner Hybridstrang. Dem Vernehmen nach soll der bewährte 3,8-Liter-V6-Twinturbo-Block in seinen Grundzügen erhalten bleiben, jedoch massiv überarbeitet und von mindestens einem Elektromotor unterstützt werden.

Das Ziel dieser Kombination ist klar: Die typischen Schwächen des Verbrenners beim Antritt sollen durch das sofortige Drehmoment der E-Maschine kaschiert werden, während der V6 im oberen Drehzahlbereich seinen charakteristischen Sound entfaltet. Gleichzeitig lässt sich so das Zusatzgewicht durch exotische Leichtbaumaterialien besser kompensieren als bei einem schweren, reinen Elektro-Sportwagen.

Was wir bisher über den R36 wissen

Obwohl die genauen Spezifikationen noch ein streng gehütetes Geheimnis sind, zeichnen sich bereits klare Konturen für den neuen Supersportwagen ab:

  • Kein reiner E-Antrieb: Die heutige Akkutechnologie gilt als zu schwer für die kompromisslose Philosophie des GT-R.
  • Klassische Basis: Der ikonische VR38-Motorblock dürfte das Herzstück bleiben, gepaart mit elektrischem Boost.
  • Leistungsexplosion: Branchenkenner rechnen mit Systemleistungen von weit über 800 PS, um auf der Nordschleife neue Bestzeiten aufzustellen.
  • Marktstart: Eine offizielle Vorstellung wird in den kommenden Jahren erwartet, die finale Auslieferung könnte bis 2030 starten.

"Bei der nächsten Generation werden wir keine Batterien verwenden. Auf keinen Fall. Der GT-R wird zwar auf irgendeiner Ebene elektrifiziert werden müssen, aber die aktuelle Batterie ist der begrenzende Faktor."

Nissan wählt damit einen konservativen, aber für Fans überaus logischen Weg. Bis neue Speichertechnologien wie Feststoffbatterien leicht und leistungsstark genug für einen kompromisslosen Supersportwagen sind, darf Godzilla als Hybrid noch einmal ordentlich Feuer spucken.