Aufatmen bei den Petrolheads: Anders als die Konkurrenz aus Affalterbach, die ihre C-Klasse auf vier Zylinder stutzte, bleibt Audi beim neuen RS 5 dem V6 treu. Der Nachfolger des legendären RS 4 Avant (und des RS 5 Coupés) kommt als Limousine und Kombi und markiert den ersten echten High-Performance-Plug-in-Hybrid der Ingolstädter. Die Systemleistung ist dabei eine echte Ansage: Satte 470 kW (639 PS) und 825 Newtonmeter Drehmoment schicken den Bayern in den Ring gegen BMW M3 und Mercedes-AMG C 63.
Das Herzstück bildet der bekannte, aber tiefgreifend überarbeitete 2,9-Liter-V6-Biturbo, der allein schon 510 PS leistet. Unterstützt wird er von einem ins Getriebe integrierten Elektromotor mit 130 kW (177 PS). Das Ergebnis ist ein Katapultstart: In nur 3,6 Sekunden hämmert der neue RS 5 auf Landstraßentempo. Schluss ist erst bei optionalen 285 km/h.
Die Kilo-Keule: Fast 2,4 Tonnen Lebendgewicht
Doch die Medaille hat eine Kehrseite, und die wiegt schwer. Durch den Hybrid-Strang und die 25,9-kWh-Batterie (netto ca. 22 kWh) schleppt der neue RS 5 Avant fast 2.400 Kilogramm mit sich herum. Das sind rund 500 Kilogramm mehr als beim Vorgänger. Ein Wert, der Dynamiker schlucken lässt – auch wenn Audi verspricht, das Gewicht wegzaubern zu können.
Technik-Trickkiste gegen die Trägheit
Damit sich der Koloss trotzdem wie ein echter RS anfühlt, greift Audi tief in die Trickkiste:
- Dynamic Torque Control: Ein neues elektromechanisches Hinterachsdifferenzial soll die Kraft radselektiv verteilen und das Einlenkverhalten drastisch schärfen.
- Fahrwerk: Ein überarbeitetes Fahrwerk mit steiferen Anbindungen soll die Wankbewegungen im Zaum halten.
Alltagstauglichkeit dank E-Reichweite
Wer den RS 5 nicht gerade über die Nordschleife scheucht, profitiert von der Hybridisierung. Rund 80 bis 85 Kilometer soll der Wagen rein elektrisch schaffen – genug für das lautlose Pendeln ins Büro oder die emissionsfreie Fahrt durch die Innenstadt. Geladen wird allerdings nur mit maximal 11 kW an der Wallbox; einen DC-Schnelllader hat Audi dem RS 5 nicht spendiert.
"Wir wollten die Seele des RS bewahren und gleichzeitig zukunftssicher machen. Der V6 ist emotionaler Kern, der E-Motor der Performance-Booster."
Ob die Kunden den Gewichtszuwachs für den Erhalt des Sechszylinders verzeihen, wird der Markt zeigen. Fest steht: Der neue RS 5 ist der stärkste – und schwerste – seiner Art, den es je gab.