Viele E-Autofahrer trauern ihm noch immer hinterher: dem legendären ADAC-Ladetarif bei der EnBW. Nach der Trennung der beiden Riesen im Jahr 2024 klaffte eine Lücke für Sparfüchse. Jetzt holt die EnBW zum Gegenschlag aus und präsentiert einen neuen, starken Partner. Ab Februar 2026 profitieren über eine halbe Million Autofahrer von exklusiven Sonderkonditionen.
Es war ein Paukenschlag, als der ADAC und der baden-württembergische Energieversorger EnBW ihre langjährige Partnerschaft beendeten. Der „Gold-Standard“ unter den Ladekarten war Geschichte, der Automobilclub wechselte zur Konkurrenz von Aral pulse. Doch nun meldet sich Deutschlands größtes Schnellladenetz mit einer strategischen Neuausrichtung zurück: Der ACV Automobil-Club Verkehr wird neuer exklusiver Partner der EnBW.
Ab dem 2. Februar 2026 können Mitglieder des ACV den neuen „ACV Ladetarif“ buchen. Das Ziel ist klar: Wer im drittgrößten Automobilclub Deutschlands organisiert ist, soll beim Stromtanken spürbar sparen. Lars Jacobs, Chief Commercial Officer E-Mobilität bei der EnBW, spricht von einem „Zeichen für die Zukunft der Elektromobilität“.
Was der neue Deal konkret bedeutet
Im Kern erhalten ACV-Mitglieder Zugriff auf vergünstigte Konditionen im EnBW HyperNetz. Das ist besonders deshalb attraktiv, weil die EnBW nicht nur über das größte eigene Schnellladenetz verfügt, sondern auch eine extrem hohe Abdeckung und Zuverlässigkeit bietet – Punkte, die im Alltag von E-Mobilisten oft wichtiger sind als der letzte Cent Ersparnis.
Der Ablauf für Nutzer wurde dabei digital und unkompliziert gestaltet:
- Startdatum: Die Kooperation beginnt aktiv am 2. Februar 2026.
- Freischaltung: Mitglieder beantragen den Vorteilstarif direkt über die ACV App.
- Nutzung: Der Tarif wird anschließend in der bekannten EnBW mobility+ App hinterlegt und genutzt.
Kampfansage an den ADAC?
Die Nachricht dürfte in der Branche durchaus als Kampfansage verstanden werden. Viele E-Auto-Fahrer waren mit dem Wechsel des ADAC zu Aral pulse unzufrieden, da das Ladenetz der EnBW als dichter und robuster gilt. Mit dem ACV, der mittlerweile über 520.000 Mitglieder zählt, schafft die EnBW nun eine neue Heimat für wechselwillige Club-Mitglieder, die Wert auf eine Premium-Ladeinfrastruktur zu Discount-Preisen legen.
Lohnt sich jetzt der Club-Wechsel?
Für Vielfahrer, die bisher keinen günstigen Tarif mehr bei der EnBW hatten (und vielleicht im Standard-Tarif S luden), könnte die Rechnung jetzt interessant werden. Wer ohnehin über einen Automobilclub-Beitritt nachdenkt, bekommt beim ACV nun ein gewichtiges Argument in die Waagschale gelegt.
Interessant wird in den kommenden Wochen der direkte Preisvergleich: Wie viel günstiger ist die Kilowattstunde im ACV-Tarif gegenüber dem regulären EnBW-Preismodell? Details hierzu werden zum Start im Februar erwartet. Fest steht jedoch: In Zeiten dynamischer Strompreise und unübersichtlicher Roaming-Gebühren ist ein fester Club-Vorteilstarif im größten deutschen Netz ein Anker, auf den viele gewartet haben.
Ausblick: Der Kampf um die Ladekunden
Diese Kooperation zeigt, dass der Markt für Ladestrom in Bewegung bleibt. Anbieter versuchen zunehmend, Kunden durch Exklusiv-Partnerschaften an ihre Ökosysteme zu binden. Für Verbraucher ist das eine gute Nachricht: Der Wettbewerb zwischen den großen Ladenetzbetreibern und den Automobilclubs führt mittelfristig zu besseren Angeboten und attraktiveren Preisen an der Säule.