Der Preiskampf und die Elektrifizierung mögen die moderne Autowelt dominieren, doch in Bottrop setzt man ein unüberhörbares Zeichen für die pure, ungefilterte Emotion. Mit dem Brabus Bodo bringt der Veredler ein hochemotionales Meisterwerk auf den Markt, das als ultimative Verbeugung vor dem Firmengründer konzipiert wurde. Das Projekt zeigt deutlicher als je zuvor: Brabus hat sich längst vom klassischen Veredler zum eigenständigen Automobilhersteller entwickelt.
Als technische Basis für dieses außergewöhnliche Projekt dient kein Modell mit Stern aus Stuttgart, sondern ein britischer Nobel-Sportler: der Aston Martin Vanquish. Von dessen Karosserie bleibt nach dem tiefgreifenden Umbau in Bottrop allerdings praktisch nichts mehr übrig.
V12-Gewalt ohne Kompromisse: In 3,0 Sekunden auf Tempo 100
Unter der gewaltigen Carbon-Motorhaube des Bodo schlägt ein mechanisches Herz, das Autoliebhabern den Atem raubt. Als Triebwerk dient der renommierte 5,2-Liter-V12-Biturbo, der im britischen Spenderfahrzeug bereits stattliche 835 PS leistet. Für ein Denkmal dieses Kalibers gab sich die Brabus-Entwicklungsabteilung damit natürlich nicht zufrieden. Die Ingenieure spendierten dem Aggregat ein neues, strömungsoptimiertes Staudruck-Ansaugsystem, modifizierte Hochleistungs-Turbolader und eine maßgeschneiderte Klappensportauspuffanlage.
Das Ergebnis dieser mechanischen Kraftkur ist furchteinflößend:
- Die Spitzenleistung klettert auf glatte 1.000 PS (735 kW).
- Das maximale Drehmoment gipfelt bei gewaltigen 1.200 Nm.
- Ein 8-Gang-Automatikgetriebe leitet die gesamte Kraft ausschließlich an die Hinterräder.
- Ein elektronisch gesteuertes Sperrdifferenzial sorgt an der Hinterachse für optimale Traktion.
Diese Leistungswerte katapultieren den Bodo direkt in die Riege moderner Hypercars. Aus dem Stand sprintet das Luxuscoupé in exakt 3,0 Sekunden auf Tempo 100. Nur 8,5 Sekunden vergehen, bis die 200-km/h-Marke fällt. Erst bei elektronisch abgeregelten 360 km/h findet der brutale Vortrieb ein Ende.
Carbon-Dress statt Mercedes-Stern: Ein völlig eigenständiger Look
Für Brabus-Fans, die seit Jahrzehnten an getunte Mercedes-Modelle gewöhnt sind, ist der Bodo ein faszinierend ungewohnter Anblick. Optisch erinnert nichts mehr an den Spender aus Großbritannien. Das 5,06 Meter lange, 2,03 Meter breite und nur 1,30 Meter flache Coupé trägt ein komplett eigenständig gestaltetes Kleid aus ultraleichtem Sichtcarbon.
Die Liebe zum Detail geht dabei unter die Haut: In das Kohlefasergewebe der Airboxen und Nockenwellenabdeckungen wurden feine Echtgold-Partikel eingearbeitet. An der Front dominiert ein extrem markanter Kühlergrill mit 13 vertikalen Streben und zwei riesigen Lufteinlässen, während ausgestellte Radhäuser Platz für gigantische Schmiederäder bieten. Vorne rollt der Supersportler auf 21-Zoll-Schmiederädern mit Reifen der Dimension 275/35 ZR 21, an der Hinterachse krallen sich mächtige 325/30-Walzen in den Asphalt. Trotz dieser imposanten Abmessungen wiegt der Bodo dank konsequentem Leichtbau vergleichsweise schlanke 1.774 Kilogramm.
Masterpiece-Interieur mit der Handschrift der Legende
Im Innenraum haben die Bottroper Sattler ein exklusives Kunstwerk geschaffen, das die Bezeichnung „Masterpiece“ vollends verdient. Feinstes, schwarzes Leder mit einer aufwendigen, muschelförmigen „Shell“-Steppung kleidet fast jede sichtbare Oberfläche aus – selbst der gesamte Fahrzeug- und Kofferraumboden ist komplett mit gestepptem Leder ausgekleidet.
Kontrastiert wird das dunkle Cockpit von Zierteilen im Farbton „Shadow Gray“ und zahlreichen Carbon-Applikationen. Das emotionalste Detail ist jedoch die Hommage an den Mann, der Brabus einst groß machte: Die Unterschrift von Bodo Buschmann findet sich an verschiedenen Stellen im liebevoll gestalteten Innenraum wieder, während auf den Kopfstützen der perfekt konturierten Sportsitze der Schriftzug „BODO“ prangt.
Wie Constantin Buschmann, Sohn des Firmengründers und heutiger Brabus-CEO, stolz erklärt:
"Der BRABUS BODO ist für uns sowohl der nächste Schritt für das Unternehmen und die Marke als auch eine Hommage an meinen Vater."
Streng limitiert und extrem begehrt: Über eine Million Euro teuer
Ein solches Denkmal hat naturgemäß seinen Preis. Mindestens eine Million Euro müssen Sammler für das handgefertigte Meisterwerk investieren. Als Anspielung auf das Gründungsjahr von Brabus (1977) ist die Produktion weltweit auf exakt 77 Exemplare limitiert. Jährlich sollen in Bottrop nur etwa 10 bis 15 Fahrzeuge entstehen.
Wer mit dem Gedanken spielt, sich eines dieser rollenden Monumente in die Garage zu stellen, muss sich beeilen: Obwohl das Fahrzeug erst kürzlich vorgestellt wurde, ist bereits mehr als die Hälfte der exklusiven Kleinserie fest verkauft. Für betuchte Enthusiasten ist der Brabus Bodo eben nicht nur ein Auto, sondern die wohl letzte Gelegenheit, einen brandneuen, reinrassigen V12-Supersportler ohne Elektrifizierung zu besitzen.