Der Wolfsburger Autokonzern zieht in Fernost plötzlich alle Register: Kürzlich wurden dort völlig neue Elektromodelle mit modernster 800-Volt-Technik und rasanten Ladezeiten präsentiert, die in absoluter Rekordzeit entwickelt wurden. Doch wer in Deutschland auf diese erschwinglichen und fortschrittlichen Hightech-Stromer hofft, wird vorerst enttäuscht. Dennoch mehren sich die Hinweise, dass die fortschrittliche Technik aus dem Reich der Mitte über einen Umweg bald doch zu uns kommen könnte.
Hightech zum kleinen Preis
Während sich europäische Kunden bei heimischen Modellen oft über veraltete Ladeleistungen oder träge Software ärgern, zeigt der Hersteller in Asien, wie es anders geht. Gemeinsam mit lokalen Technologiepartnern entstehen dort Elektroautos, die nicht nur technologisch in einer anderen Liga spielen, sondern auch in der Entwicklung wesentlich schneller zur Marktreife gelangen. Die Entwicklungszyklen wurden auf rasante 18 bis 24 Monate verkürzt – ein Bruchteil der hierzulande üblichen Zeit.
Ein Paradebeispiel dafür ist die neue, äußerst sportliche Limousine ID. Unyx, die mit blitzschnellem Laden und neuesten Assistenzsystemen glänzt. Das große Problem für hiesige Autofans: Diese Fahrzeuge sind aktuell exklusiv für den asiatischen Raum konzipiert.
Die Hintertür für Europa
Offiziell wird ein direkter Export dieser speziellen Modelle in die EU bislang vehement dementiert. Die Sorge ist groß, sich mit den günstigen und technisch hochgerüsteten Importen hausintern Konkurrenz zu machen und den Absatz der bestehenden Flotte zu gefährden. Dennoch brodelt die Gerüchteküche gewaltig. Auf oberster Managementebene wird längst offen darüber nachgedacht, die neu geschaffene Fahrzeugarchitektur ab 2027 möglicherweise auch für den europäischen Markt zu lokalisieren.
- Die neue Architektur bietet begehrte 800-Volt-Technologie für ultraschnelles Laden.
- Drastisch kürzere Entwicklungszeiten könnten die europäischen Werke endlich wieder agiler machen.
- Es wird intensiv geprüft, in welchen Segmenten noch lukrative Lücken im europäischen Portfolio bestehen.
"Wir müssen unseren Transformationsplan beschleunigen und überlegen, welche Optionen auch für unseren Heimatmarkt infrage kommen."
Wann kommt die Wende?
Aktuell liegt der absolute Fokus des Unternehmens darauf, die neuen Architekturen am asiatischen Markt zu etablieren, um dort die unter Druck geratenen Absatzzahlen zu stabilisieren. Doch der weltweite Druck durch internationale Konkurrenten wächst unaufhörlich. Für den Heimatmarkt wäre ein solcher Technologietransfer ein dringend benötigter Befreiungsschlag, um endlich wieder mit Innovationen zu punkten. Bis es so weit ist, müssen sich hiesige Käufer allerdings in Geduld üben – oder notgedrungen zu den asiatischen Rivalen greifen, die ihre technologischen Neuerungen längst auf unsere Straßen bringen.