Der November 2025 hält eine faustdicke Überraschung parat: Während das gewerbliche Geschäft schwächelt, kehren die Privatkunden mit Wucht in die Autohäuser zurück. Die neuesten Zahlen aus Flensburg zeigen nicht nur ein sattes Plus, sondern auch einen unerwarteten Gewinner unter den deutschen Marken.

Eigentlich gilt der November oft als trüber Monat für die Automobilbranche, doch in diesem Jahr sieht die Lage anders aus. Mit 250.671 neu zugelassenen Personenkraftwagen liegt der Markt 2,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Doch der bloße Blick auf die Gesamtzahl verschleiert den wahren Trend, der sich hinter den Kulissen abspielt: Es ist die Rückkehr des Privatkunden.

Privatkunden im Kaufrausch, Firmen halten sich zurück

Lange Zeit war der deutsche Neuwagenmarkt fest in der Hand der Flottenmanager und Dienstwagenberechtigten. Die neuesten Daten zeigen jedoch eine signifikante Verschiebung. Während die gewerblichen Neuzulassungen leicht um 1,0 Prozent zurückgingen (Anteil: 65,7 Prozent), legten die privaten Zulassungen zweistellig zu. Ein Plus von stolzen 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat deutet darauf hin, dass die Kaufzurückhaltung in den privaten Haushalten bricht.

Ob es an attraktiven Jahresendspurt-Angeboten der Händler liegt oder an einem gestiegenen Vertrauen in die eigene Kaufkraft – Fakt ist: Der Privatkunde ist wieder da und stützt den Markt massiv.

Ford überrascht mit massivem Wachstum

Blickt man auf die Performance der deutschen Hersteller, reibt man sich verwundert die Augen. Nicht die üblichen Verdächtigen aus dem Premium-Segment führen die Wachstumslisten an, sondern die Kölner:

  • Ford: Der klare Gewinner des Monats mit einem beeindruckenden Zuwachs von 13,7 Prozent.
  • Audi: Die Ingolstädter folgen mit einem starken Plus von 9,5 Prozent.
  • BMW: Auch in München darf man sich über 8,5 Prozent mehr Zulassungen freuen.

Während Ford mit einem Marktanteil von 3,6 Prozent Boden gutmacht, zeigt sich beim Branchenprimus Volkswagen ein anderes Bild. Die Wolfsburger treten mehr oder weniger auf der Stelle und verzeichnen lediglich ein minimales Plus von 0,5 Prozent. Auch Mini konnte zulegen (+3,2 Prozent), bleibt aber in der Nische.

Das Gesamtjahr stabilisiert sich

Der starke November hilft auch der Jahresbilanz. Über die ersten elf Monate betrachtet, liegt der Markt nun mit 0,7 Prozent leicht im Plus gegenüber dem Vorjahr. Was nach Stagnation klingt, ist in einem volatilen wirtschaftlichen Umfeld als Erfolg zu werten. Es zeigt sich, dass der Markt trotz schwächelnder Firmennachfrage robust bleibt – vor allem dank der neu erwachten Lust der Privatleute am neuen Auto.