Es ist ein Comeback, mit dem viele so schnell nicht gerechnet hätten: Die staatliche Förderung für Elektroautos ist zurück und sorgt direkt zum Start für gesprengte Erwartungen. Nachdem das offizielle Portal freigeschaltet wurde, verzeichnete das zuständige Bundesumweltministerium einen wahren Ansturm. Fast 17.000 Autokäufer haben sich direkt am ersten Tag ihren Platz in der Schlange gesichert.
Die Erleichterung in der Autobranche dürfte groß sein. Noch vor wenigen Monaten herrschte Katerstimmung, nachdem das plötzliche Aus der alten Förderung Ende 2023 die Verkaufszahlen drastisch einbrechen ließ. Nun sollen frische Milliarden den zuletzt stotternden E-Auto-Motor wieder auf Touren bringen.
Wer bekommt den neuen Zuschuss?
Die neue Förderrichtlinie wurde im Vergleich zu früheren Programmen spürbar angepasst und zielt diesmal ganz bewusst auf Privatpersonen ab. Wer einen neuen Dienstwagen anschafft, geht leer aus.
Um die volle Summe abzugreifen, müssen jedoch einige Kriterien erfüllt sein:
- Bis zu 6.000 Euro Bonus: Die genaue Höhe der Auszahlung hängt vom jeweiligen Fahrzeugmodell, dem Haushaltseinkommen und sogar der Familiengröße ab.
- Rückwirkende Gültigkeit: Das Fahrzeug muss seit dem 1. Januar 2026 erstmals zugelassen worden sein.
- Nicht nur reine Stromer: Neben rein batterieelektrischen Fahrzeugen sind diesmal auch bestimmte Plug-in-Hybride sowie Autos mit sogenannten Range-Extendern förderfähig.
- Kauf und Leasing: Beide Anschaffungswege werden vom Staat unterstützt.
Die Politik trommelt für den Umstieg
Begleitet wird der Start der neuen Kaufprämie von starken politischen Botschaften. Die Regierung sieht in der Maßnahme nicht nur eine Umweltschutzinitiative, sondern auch einen Weg, Haushalte finanziell zu entlasten, die sich sonst möglicherweise keinen modernen Stromer leisten könnten.
Bundesumweltminister Carsten Schneider warb offensiv für den Wechsel weg vom reinen Verbrennungsmotor:
"Es gibt immer schnellere Autos, günstigere Modelle und mehr Ladesäulen. Zudem ist man unabhängig von Krisen in der Welt und hohen Spritpreisen."
Wie lange reicht das Geld diesmal?
Viele Käufer haben das plötzliche Förder-Aus von 2023 noch gut in Erinnerung. Damals hieß es unerwartet "Geldhahn zu", und zahlreiche Besteller schauten in die Röhre. Diesmal hat der Staat einen Topf von insgesamt rund drei Milliarden Euro bereitgestellt.
Die Mittel sollen nach offiziellen Schätzungen für bis zu 800.000 Fahrzeuge im Zeitraum von 2026 bis 2029 ausreichen. Angesichts der aktuellen Rekordnachfrage von 17.000 Anträgen an nur einem einzigen Tag wird jedoch schnell klar: Wer mit dem Gedanken an ein alltagstaugliches E-Auto wie den neuen VW ID. Polo oder den Skoda Epiq spielt, sollte womöglich nicht zu lange zögern. Der Fördertopf ist zwar vorerst prall gefüllt, doch der gewaltige Ansturm zeigt, dass die Deutschen wieder richtig Lust aufs elektrische Fahren haben.