Einleitung
Der Toyota Mirai markiert in seiner zweiten Generation einen mutigen Schritt in die Zukunft der Brennstoffzellentechnik. Im Gegensatz zu klassischen batterieelektrischen Autos erzeugt der Mirai seinen Strom direkt an Bord aus Wasserstoff. Die Limousine positioniert sich als technologisch anspruchsvolle Alternative für Vielfahrer, die keine Lust auf lange Ladezeiten haben.
Design & Verarbeitung
Optisch hat der Mirai einen gewaltigen Sprung gemacht. Mit einer Länge von fast fünf Metern und einer flachen Silhouette erinnert die Limousine nun eher an ein elegantes Coupé wie den Audi A7 als an den futuristisch-eckigen Vorgänger. Die Verarbeitung ist auf einem sehr hohen Niveau und orientiert sich an der Premiummarke Lexus. Dank der modernen GA-L-Plattform wirkt das Fahrzeug deutlich stimmiger und wertiger.
Innenraum & Komfort
Der Innenraum empfängt den Fahrer mit bequemen Polstern und einer edlen Atmosphäre. Während man vorne großzügig sitzt, wird es im Fond überraschend eng. Die nach hinten abfallende Dachlinie schränkt die Kopffreiheit für Personen über 1,80 Meter ein, und der massive Mitteltunnel – unter dem einer der drei Wasserstofftanks liegt – macht den mittleren Rücksitz fast unbrauchbar. Auch der Kofferraum ist mit 350 Litern für diese Fahrzeugklasse sehr überschaubar.
Infotainmentsystem
Das Cockpit wird von einem großen zentralen Bildschirm dominiert. Die Menüführung ist Toyota-typisch etwas komplex und erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit. Viele Funktionen müssen über Untermenüs gesteuert werden, was während der Fahrt ablenken kann. Positiv hervorzuheben ist die digitale Instrumentenanzeige, die alle relevanten Informationen zum Energiefluss der Brennstoffzelle übersichtlich darstellt.
Antrieb & Fahrverhalten
Mit 134 kW (182 PS) bietet der Mirai ein sanftes und lineares Beschleunigungserlebnis. Es gibt keinen plötzlichen Drehmoment-Schub wie bei manchen E-Autos, stattdessen gleitet die Limousine souverän und extrem leise dahin. Die Lenkung ist eher komfortorientiert ausgelegt und bietet wenig Rückmeldung für sportliche Fahrer. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h ist der Mirai eher ein entspannter Cruiser für die Autobahn.
Verbrauch & Unterhalt
In Tests verbraucht der Mirai etwa 1,0 Kilogramm Wasserstoff auf 100 Kilometer, was eine reale Reichweite von über 550 Kilometern ermöglicht. Der größte Vorteil gegenüber Batteriefahrzeugen ist die kurze Tankzeit von nur etwa fünf Minuten. Allerdings ist das Tankstellennetz für Wasserstoff in Deutschland mit rund 100 Stationen noch lückenhaft. Zudem kann die Technik an den Zapfsäulen gelegentlich störanfällig sein.
Sicherheit & Assistenzsysteme
Toyota stattet den Mirai serienmäßig mit umfangreichen Sicherheitsfeatures aus. Diverse Assistenzsysteme helfen beim Spurhalten, warnen vor Kollisionen oder regeln den Abstand zum Vordermann. Das Fahrverhalten wird als sicher und berechenbar eingestuft. Im ADAC Ecotest glänzte das Fahrzeug mit der Bestbewertung von fünf Sternen, was die Umweltfreundlichkeit des lokalen emissionsfreien Antriebs unterstreicht.
Fazit
Der Toyota Mirai ist ein faszinierender Technologieträger für Individualisten. Er punktet mit exzellentem Komfort, kurzer Tankzeit und einem eleganten Design. Die Kehrseiten sind das eingeschränkte Platzangebot im Fond sowie die noch lückenhafte Infrastruktur an Wasserstoff-Tankstellen. Wer Zugang zu einer H2-Tankstelle hat und eine exklusive, komfortable Reiselimousine sucht, findet im Mirai eine spannende CO2-freie Alternative zu Diesel oder Akku-Stromer.