Wer einen kompakten und preiswerten Hybrid sucht, landet auf dem deutschen Markt derzeit schnell beim MG3. Doch hinter dem modernen Design verbirgt sich bei vielen Fahrzeugen ein Risiko, das unabhängige Sicherheitsexperten nun zu einem eindringlichen Warnruf veranlasst hat: Ein gravierender Konstruktionsfehler am Fahrersitz kann im Ernstfall fatale Folgen haben.
Der Schock saß tief bei den Testern der Prüforganisation Euro NCAP. Während eines standardisierten Frontal-Crashtests des Kompaktwagens gab die Fahrersitzschiene der Wucht des Aufpralls plötzlich nach. Sie löste sich aus der Verankerung, wodurch der Sitz unkontrolliert entriegelte. Was im Laborversuch mit Dummys analysiert wird, stellt im echten Straßenverkehr ein absolut lebensgefährliches Szenario dar.
Eine unsichtbare Gefahr im Alltag
Das Tückische an diesem Mangel: Er ist im normalen Fahrbetrieb nicht im Geringsten spürbar. Erst im Moment eines Unfalls, wenn jede Millisekunde und das perfekte Zusammenspiel der Rückhaltesysteme zählen, offenbart sich die verheerende Schwachstelle. Wenn sich der Sitz aus der Schiene reißt, verfehlen Sicherheitsgurt und Airbag ihre rettende Wirkung.
Nach der Konfrontation mit den alarmierenden Ergebnissen der Crash-Spezialisten lenkte der Hersteller ein und leitete umgehend eine detaillierte technische Prüfung ein. Das Fazit war eindeutig: Auch unter realen Unfallbedingungen kann dieses mechanische Versagen jederzeit auftreten.
Großer Rückruf für bereits ausgelieferte Fahrzeuge
Mittlerweile hat der Autobauer reagiert und das Sitzdesign für neuere Modelle direkt ab Werk überarbeitet. Die Prüfer haben die Anpassungen verifiziert und bestätigen, dass die Gefahr bei der aktuellen Produktion erfolgreich gebannt wurde. Für die tausenden bereits ausgelieferten Fahrzeuge gibt es nun eine umfassende Rückrufaktion.
- Betroffen sind vor allem Modelle, die vor August 2025 vom Band gerollt sind.
- Vertragswerkstätten bauen eine verbesserte Sitzschiene ein und beseitigen das Problem so dauerhaft.
- Der Werkstattbesuch und die Reparatur sind für alle Kunden vollständig kostenlos.
"Dieser Fall zeigt eindrücklich, wie unverzichtbar unabhängige Crashtests sind, um fatale Konstruktionsfehler aufzudecken, bevor sie auf der Straße Menschenleben fordern."
Experten raten allen betroffenen Haltern dringend dazu, offizielle Warnschreiben des Herstellers keinesfalls zu ignorieren und schnellstmöglich einen Termin beim Händler zu vereinbaren. Nur mit der Nachrüstung lässt sich gewährleisten, dass der Familienausflug im Kleinwagen nicht in einer Tragödie endet.